Windkraft: ZGB hält Karten noch verdeckt / Viele Anlagen bei Suderwittingen?

Region vor heißem Herbst

Bei Suderwittingen könnte es deutlichen Windkraft-Zuwachs geben.

Isenhagener Land. Mehr als 50 Besucher – das gibt es bei kommunalpolitischen Sitzungen nicht oft.

Doch die Hoffnungen der Zuhörer im Business-Foyer der Braunschweiger Volkswagenhalle wurden gestern Nachmittag weitgehend enttäuscht: In der Sitzung des Regionalplanungs-Ausschusses des ZGB sickerten nur wenige Standort-Details zum neuen Windkraft-Konzept für die Region durch.

Immerhin: Anhand von zwei Fallbeispielen erläuterte der Erste Verbandsrat Jens Palandt die Methodik bei der Standort-Auswahl – und eins davon ließ darauf schließen, dass zwischen Suderwittingen und Ohrdorf eine deutliche Erweiterung des Windparks bevorstehen könnte.

Eine Entwurfskizze zeigte kurz eine Vorrangfläche, die sich über den heutigen Windpark hinaus nach Norden sowie nach Südwesten – auch über die B 244 hinweg – erstreckt. Das Maximal-Szenario sieht hier offenbar eine installierte Gesamtleistung von 66 Megawatt vor.

Doch ob es wirklich so kommt, wird wohl erst in einem Jahr amtlich sein. Denn der weitere Fahrplan für die Festlegung der neuen Windpark-Flächen im ZGB-Land sieht nun so aus: Am 8. August sollen in einer weiteren Ausschuss-Sitzung die von den Regionalplanern ermittelten Potenzialflächen öffentlich gemacht werden. Am 15. August könnte die Verbandsversammlung dem Paket schon ihren Segen geben. Dann würden die Pläne ein paar Wochen später, vermutlich im Frühherbst, in die öffentliche Auslegung gehen. Nach einem heißen Herbst, der von Info-Veranstaltungen, Diskussionen und Erörterungen geprägt sein dürfte, könnte im ersten Halbjahr 2014 die Genehmigung der Planung erfolgen. Ein paar Formalien später könnte gebaut werden.

Insgesamt werden im ZGB-Gebiet wohl ein rundes Dutzend neuer Windkraft-Flächen entstehen, etwa 20 Standorte könnten erweitert werden. Im Ergebnis gäbe es ab 2014 dann 45 bis 48 Vorrangstandorte, insgesamt wären 7000 bis 7500 Hektar „unter Wind“. Bis 2020 sollen 1400 Megawatt installiert sein.

In Wäldern wird es vorläufig wohl keine Windräder geben. Palandt sagte, zuvor müssten die Freilandflächen ausgeschöpft sein.

Von Holger Boden

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