Landvolk: Falsch eingestellte Beregner gefährden den Straßenverkehr

Regen fehlt auf den Feldern

So soll das nicht aussehen: Beregnung auf der Straße bei Stöcken vor wenigen Tagen.

Landkreis Gifhorn. Dass das Wetter ab Samstagnachmittag bis Montag fast nur noch Regen bereithält, dürfte die Landwirte in der Region freuen. Im Gegensatz zu jenen, die sich auf sonnige Maiwochenden freuen, warten die Bauern auf Nass von oben.

Bereits seit ein paar Wochen arbeiten die Beregnungsanlagen auf den Feldern im Landkreis Gifhorn und im Nachbarkreis Uelzen.

„Dass die künstliche Beregnung bereits im April begonnen hat, ist ziemlich ungewöhnlich“, sagt Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolkes in Gifhorn. Allein der vergangene Monat habe deutlich weniger Regen als ein durchschnittlicher April geliefert. „Da fehlen bestimmt 30 Millimeter“. Heißt: 30 Liter pro Quadratmeter. Das allein würde den Landwirten weniger Sorgen bereiten. Wäre in den Monaten davor Niederschlag nicht auch schon Mangelware gewesen. Schnee hat es im Winter so gut wie gar nicht gegeben, und der März war ebenfalls zu trocken. Böse schätzt, dass den Böden in der Region unterm Strich 100 Millimeter Regen fehlen. „Das, was Ende April bisher herunter gekommen ist, war der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Böse. Dabei liefere der April in normalen Jahren die maximale Bodenfeuchte. Insofern hoffe die Landwirtschaft nun auf einen feuchten Mai, damit die Regendefizite der vergangenen Monate wenigstens teilweise ausgeglichen würden, so Böse.

Eigentlich fange die Beregnung irgendwann Ende Mai an. Wieviel die Bauern jetzt auf ihren Äckern nachwässern müssen, lasse sich pauschal nicht sagen. Das komme auf die jeweilige Frucht und auf den jeweiligen Feldschlag an. Fest steht nur: „Es fallen zusätzlich Kosten und Arbeit an“, weiß Böse. Die Beregnungsmaschinen müssen auf den Äckern positioniert und umgesetzt werden. Dazu kommen die Energiekosten für die Pumpen. Sei es, dass Pumpen an das Stromnetz angeschlossen sind oder die Energie über einen Dieselgenerator geliefert bekommen.

Für den Grundwasserspiegel ist laut Böse die künstliche Bewässerung unschädlich. „Die Landwirte entnehmen weniger Wasser als nachsickert.“

Schädlich kann die Beregnung allerdings für den Straßenverkehr werden. Nämlich dann, wenn die Beregner übers Ziel hinaus schießen und den Asphalt fluten. „Das darf überhaupt nicht sein“, sagt der Landvolk-Geschäftsführer. Es müsse nicht noch die letzte Ecke des Ackers zur angrenzenden Straße gewässert werden. Werde die Straße nass und es passiere ein Unfall, könnten erhebliche haftungsrechtliche Probleme auf den Landwirt zurollen. Er setze damit auch die Beregnung überhaupt aufs Spiel, meint Böse.

Von Jens Schopp

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