Tourismus Südheide: Elektro-Bike-Projekt im Landkreis Gifhorn läuft aus

Der Radler mag es individuell

Fahrradtourismus ist Individualtourismus: Organisierte Radtouren zu vermarkten, sei schwierig, so Tourismus Südheide Gifhorn.

Landkreis Gifhorn. Organisierter Radtourismus in der Südheide lässt sich schwerlich vermarkten. „Urlaub mit und auf dem Fahrrad ist mehr und mehr zum Individualtourismus geworden“, sagt Marlis Duda, Geschäftsführerin von Tourismus Südheide Gifhorn.

Jüngster Nachweis: Das sogenannte Movelo-Projekt, an dem sich vor zwei Jahren auch Tourismus Südheide beteiligte, hat 2015 ausgerollt. Das Konzept habe in der Region nicht gezogen, so Duda.

Hotels, Fahrradhändler oder Kommunen können sich von Movelo Elektroräder leihen und diese auf eigene Rechnung vermieten. Movelo kassiert eine Gebühr. Nur: Meist standen die Räder ungenutzt herum. Zuletzt verabschiedete sich das Hotel Bernsteinsee von dem Angebot. Und auch die Möglichkeit, von Station zu Station zu radeln und dort nur den Akku für das Movelo Rad zu tauschen, läuft aus. Als einzige Wechselstation ist die Jugendherberge in Hankensbüttel übrig geblieben. Leihen kann man sich ein Movelo Elektrorad nur noch in Meinersen und in Müden. Daneben bieten natürlich diverse Radhändler im Landkreis den Verleih von konventionellen Fahrrädern und Elektrorädern an.

Dass das Movelo-Konzept zwischen Gifhorn und Wittingen nicht so recht ins Rollen kam, sei sicher auch dem technischen Fortschritt der vergangenen Jahre geschuldet, vermutet Duda. Denn: Die Reichweite der Akkus ist mit der Zeit immer größer geworden. Für 80 bis 100 Kilometer Wegstrecke können die Akkus genug Saft speichern. Vorausgesetzt, der Fahrer ruft nur den unteren Leistungsbereich seines Unterstützungsmotors ab. „Das ist in unserer flachen Landschaft durchaus machbar“, sagt Duda. Da die meisten Hobbyradler ohnehin Tagestouren zwischen 40 und 80 Kilometern zurücklegten, brauchten sie keinen Akku unterwegs zu tauschen. „Die Leute können ihren Fahrrad-Akku bequem nachts in einem Hotel oder einer Pension an der Steckdose aufladen.“ Und so kämen die meisten Touristen mit dem eigenen Zweirad in die Region, um sie radelnd zu erkunden. Und: „Die Leute sind doch lieber mit ihrem eigenen Rad auf ihren eingefahrenen Sätteln unterwegs“, sagt Duda. Einen Hinweis für Kurzentschlossene hat sie aber auch: „Es gibt noch freie Betten in Hotels und Pensionen.“ Info: www.suedheide-gifhorn.de

Von Jens Schopp

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