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Asyl: Gifhorner Kreisverwaltung sucht Unterbringungsmöglichkeiten

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Von: Jens Schopp

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Landkreis Gifhorn. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben 15 000 Menschen in Niedersachsen einen Asylantrag gestellt. Das sind fast so viele Menschen wie in kompletten Jahr davor, teilte das Innenministerium unlängst mit.

Staatlichen Aufnahme- und Unterbringungsstellen droht der Kollaps. In der Erstaufnahmestelle in Braunschweig leben aktuell mit 2000 Menschen fast dreimal mehr als die Kapazitäten auf dem Papier eigentlich hergeben.

Dr. Andreas Ebel
Dr. Andreas Ebel © Privat

Der Landkreis kommt bei der anschließenden Unterbringung ebenfalls immer mehr in die Bredouille. „Derzeit sind im Landkreis Gifhorn 958 Asylbewerber aufgenommen. Die Zuweisungen sind kontinuierlich“, so Landrat Andreas Ebel auf IK-Nachfrage. Bis Ende September muss der Landkreis weitere 382 Flüchtlinge oder Asylbewerber unterbringen. Ab Oktober werden neue Zuteilungsquoten festgelegt.

In dem ehemaligen Kasernenkomplex in Ehra werde eine Wohneinheit derzeit bezogen, die anderen vier seien noch im Umbau. Nur: „Die Unterbringungsmöglichkeiten in Ehra reichen voraussichtlich bis zirka Ende September dieses Jahres“, so Ebel.

Wie es dann weitergeht? Daran wird im Kreishaus nach wie vor gearbeitet. „Die Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten gestaltet sich eher schwieriger, da größere Objekte kaum zur Verfügung stehen. Auch der Wohnraum auf dem privatem Wohnungsmarkt ist weitestgehend erschöpft“, berichtet der Landrat. Trotz aller Schwierigkeiten werde seitens des Landkreises versucht, weitere Optionen auszuloten. Darüber hinaus sei der Kreis noch einmal unter dem Aspekt der Heranziehungssatzung an die Gebietseinheiten herangetreten, um von dort aus weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu prüfen, so Ebel.

Von Jens Schopp

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