Veterinäramt klärt über die Krankheit auf

Pseudowut: „Für Hunde tödlich“ – Kein Befall im Landkreis Gifhorn

Wildschweine sind die Hauptwirte der Pseudowut, die für viele andere Säugetiere tödlich ist.
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Wildschweine sind die Hauptwirte der Pseudowut, die für viele andere Säugetiere tödlich ist.
  • Dennis Klüting
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Landkreis Gifhorn. War die nicht schon ausgerottet? Wo kommt sie jetzt wieder her? Und was genau ist und macht sie eigentlich – die Pseudowut? Dr. Christof Schwartpaul vom Veterinäramt des Landkreises Gifhorn klärt im IK-Gespräch über die Krankheit, die in Deutschland wieder aufgetreten ist, auf.

„Pseudowut ist tatsächlich in Deutschland seit 2008 ausgerottet – für Hausschweine“, sagt Schwartpaul. „Bei Wildschweinen kommt diese Krankheit tatsächlich noch vor.“ Diese Herpes-Erkrankung direkt zu erkennen sei ausgesprochen schwierig, da sich der Erreger immer wieder „zurückziehe“ und nur in Stress-Situationen zutage trete. „Die Wildschweine kommen damit aber im Allgemeinen klar“, meint Schwartpaul. Wegen dieser Unauffälligkeit würden Wildschweine auch im Rahmen des Monitorings auf diese Krankheit hin untersucht – zusammen mit einem Test auf Schweinepest. Hausschweine würden hingegen stichprobenartig getestet.

Denn obwohl sie für Menschen ungefährlich ist, stellt die Pseudowut dennoch eine Bedrohung dar. „Schweine sind zwar die Hauptwirte der Krankheit. Sie sterben nicht daran, aber bei ihnen bricht die Krankheit immer wieder unter Stress aus“, weiß der Tiermediziner. „Aber auch andere Säugetiere wie Hunde und Schafe können befallen werden. Und für diese ist die Krankheit ausnahmslos tödlich.“ So könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich beispielsweise ein Fuchs am Kadaver eines erkrankten Wildschweins gütlich tue und dadurch infiziere.

Pseudowut, auch Aujeszkysche Krankheit genannt, ist meldepflichtig. Im Landkreis Gifhorn ist nach Schwartpauls Angaben kein Befall verzeichnet.

Von Dennis Klüting

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