Polizei zieht Jahresbilanz für den Landkreis / Zahl der Getöteten unverändert hoch

Elf Prozent weniger Unfälle

Reinhard Preuß

Landkreis Gifhorn. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Gifhorn ist im vergangenen Jahr um mehr als elf Prozent auf 3924 gesunken. Das hat die Polizeiinspektion Gifhorn gestern bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert seit der Jahrtausendwende.

„Mit diesem Rückgang liegt unser Landkreis niedersachsenweit an vierter Stelle. Das ist schon außergewöhnlich“, sagte Verkehrssachbearbeiter Reinhard Preuß gestern bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2011.

Doch diese positive Entwicklung sei „2012 schon wieder Geschichte“, bedauerte Preuß. Denn in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres habe es im Kreis Gifhorn einen Zuwachs bei den Unfallzahlen von acht Prozent gegeben. Jedoch sei diese Zahl wegen des kurzen Zeitraums nicht aussagekräftig.

Mehrere Faktoren sind nach den Worten von Thorsten Kühl, Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion Gifhorn, für den Rückgang der Unfallzahlen im vorigen Jahr verantwortlich. Zum einen hätten die Verkehrsüberwachung und die Präventionsarbeit der Polizei dazu beigetragen. Zudem habe es nur selten Schnee und glatte Straßen gegeben, und es seien 8,4 Prozent weniger Zusammenstöße mit Wild geschehen. „Auch bei Baumunfällen haben wir in den letzten Jahren ganz erhebliche Erfolge erzielt“, berichtete Kühl.

Weniger erfreulich ist eine andere Entwicklung: 2011 wurden bei Unfällen im Kreis Gifhorn 138 Menschen schwer verletzt – sechs mehr als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Personen blieb mit 14 auf dem Niveau von 2010. Damit liegt Gifhorn an der Spitze im ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig. Ursachen sind laut Kühl die große Fläche des Landkreises, das Verkehrswegenetz im ländlichen Raum und die vielen Pendler. „Wir wollen die Zahl der Unfalltoten erheblich senken. Darauf werden wir unser Hauptaugenmerk legen“, betont Kühl.

Dabei habe es auf diesem Gebiet bereits große Fortschritte im Kreis Gifhorn gegeben. „Im Jahr 1970 hatten wir exakt 100 Verkehrstote, in den 90er Jahren im Schnitt über 30. Unser Ziel in diesem Jahrzehnt ist, die Marke von zehn zu knacken. Darauf arbeiten wir hin“, sagt Preuß.

Deutlich zugenommen haben 2011 auch die Alkoholdelikte im Straßenverkehr. Hier registrierte die Polizei 93 Fahrten mit Verkehrsunfall und 322 ohne.

Um die Straßen im Kreis Gifhorn noch sicherer zu machen, setzt die Polizei auch künftig auf eine enge Vernetzung mit dem Landkreis und den Gemeinden bei der Verkehrsüberwachung und Unfallprävention. „Wir sind auf einem guten Weg. Es wird aber immer schwerer, weitere Verbesserungen zu erreichen“, weiß Kühl.

Von Bernd Schossadowski

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