Mitglieder vor Ort sollen für Schulden des Landesverbandes geradestehen

Pulverdampf bei Schützen

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Die Schützenvereine vor Ort sollen für Schulden des Landesverbandes geradestehen.

Landkreis Gifhorn. Bei den Schützen brodelt’s: Die Kreisverbände und letztlich die Mitglieder der örtlichen Schützenvereine sollen für Altschulden des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV) aufkommen. Protest regt sich.

Laut Harald Bohne, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes Isenhagen-Wittingen, belaufen die sich auf rund eine halbe Million Euro. Axel Rott, Vize- und zurzeit kommissarischer Vorsitzender des NSSV, sagt, dass die finanziellen Altlasten des Landesverbandes deutlich geringer seien. Nicht nur darüber gehen die Meinungen auseinander. Ebenso, wie die Dachorganisation von ihren Verbindlichkeiten herunterkommt.

Dass die Schulden mindestens mittelfristig aus den Büchern verschwinden müssen, da sind sich Kreis- und Landesvorstand grün. Schlimmstenfalls drohe die Insolvenz mit unabsehbaren Folgen für Sport- und Traditionsschützen in ganz Niedersachsen, so Bohne und Rott. Und mit 170 000 Mitgliedern ist der NSSV der drittgrößte im Deutschen Schützenbund.

Laut Harald Bohne, der wie alle Kreisvorsitzenden geborenes Mitglied im rund 60-köpfigen Gesamtvorstand des NSSV ist, kam die Schieflage des Landesverbandes mit der Wahl des damaligen NSSV-Chefs Heinz-Helmut Fischer zum Präsidenten des Deutschen Schützenbundes ans Licht. „Axel Rott übernahm das Amt des Vorsitzenden im Frühjahr kommissarisch und schaute sich die Bücher genauer an“, berichtet Bohne. Dabei sei der vermeintliche Schuldenstand von 500 000 Euro festgestellt worden. Größter Batzen seien Kosten für den Neu- beziehungsweise Umbau des Leistungszentrums des NSSV in Hannover (300 000 Euro).

Axel Rott bestreitet die Höhe von 500 000 Euro, sagt zu Einzelheiten jedoch weiter nichts. Dazu werde er sich bei acht Delegiertentagungen der Kreisverbände und beim Landesschützentag im April äußern.

Vergangenen Oktober habe nach Bohnes Angaben der Gesamtvorstand einen Beschlussvorschlag des Präsidiums auf dem Tisch gehabt. Danach sollte pro Mitglied eine Umlage von drei Euro erhoben werden. So könnten die Schulden auf einen Schlag getilgt werden. „Dagegen habe ich Einspruch eingelegt“, sagt Bohne. Zum einen habe er der Basis die Möglichkeit geben wollen, mitzuentscheiden und nicht „überfallartig mit einer Umlage konfrontiert zu werden.“ Außerdem fürchte er eine Spaltung zwischen Sport- und Traditionsschützen. „Die Traditionsschützen werden sagen, ‘warum sollen wir für die Kosten eines Leistungszentrums zahlen, das wir überhaupt nicht nutzen’.“ Seite 6

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