Weniger Suff im Sattel

Promille-Grenze soll bei Radfahrern auf 1,1 gesenkt werden

Radfahrer trinkt Bier
+
Saufen und Radfahren – die Promille-Grenze soll bei Radfahrern auf 1,1 gesenkt werden.
  • VonMatthias Jansen
    schließen

Landkreis Gifhorn. Zwei Räder sind sicherer als vier? Es scheint fast so: Denn während Personen am Steuer eines Kraftfahrzeuges bei einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille als absolut verkehrsuntauglich gelten, dürfen derart alkoholisierte Fahrradfahrer weiter am Straßenverkehr teilnehmen.

Erst ab einer Grenze von 1,6 Promille – und nur wenn Ausfallerscheinungen auftreten – gilt die Trunkenheitstour auf zwei Rädern auch als Straftat.

Thomas Reuter

Das soll sich nun aber ändern. Der Verkehrstag in Goslar hatte sich bereits im vergangenen Jahr für eine Absenkung des Grenzwertes für Fahrradfahrer ausgesprochen. Von den Verkehrsexperten der SPD-Bundestagsfraktion, so berichtet das Magazin „Der Spiegel“, sei das Thema nun aufgegriffen worden. Im Gespräch ist, dass Fahrradfahren mit einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille als Bußgeldtatbestand in das Straßenverkehrsgesetz aufgenommen wird. „Die Polizei befürwortet das. 1,6 Promille sind schon sehr viel. Der Gleichgewichtssinn leidet schon vorher deutlich. Und mit 1,6 Promille dürfte es große Schwierigkeiten geben, noch sicher zu fahren“, sagt Thomas Reuter, Pressesprecher der Gifhorner Polizeiinspektion.

Dass die Änderung kommt, ist für Reuter sicher. „In den nächsten zwölf Monaten passiert etwas. Dann wird das in Gesetzesform gegossen“, meint der Polizeisprecher. Eine längst überfällige Entscheidung. Ein Gerichtsurteil von 1986 hatte die aktuell geltenden Grenzwerte festgelegt. Damals, so Reuter, sei, weil es weniger Kraftfahrzeuge auf den Straßen gab, die Fremdgefährdung durch Radfahrer noch nicht so hoch gewesen. „Es ist zeitgemäß, die Grenze deutlich zu senken.“

Zwar sei es selten, dass Fahrradfahrer Unfälle verursachen. Eine Absenkung des Promillewertes für Zweiradfahrer „diene aber der Verkehrssicherheit“, so Reuter. Zum einen werde der Radfahrer besser geschützt. Zum anderen würden der Allgemeinheit nicht weitere, unnötige Kosten (Behandlung der Verletzung, Ausfall bei der Arbeit) aufgebürdet.

Von Matthias Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare