Gifhorn: Leitstellenverbund findet Kupferkabel in Celler Leitung

Probleme beim Datenfluss

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Die Mitglieder des Ausschusses für Feuerschutz und Rettungswesen besichtigten vor ihrer Sitzung die Feuerwehrtechnische Zentrale und die Einsatzleitstelle in Gifhorn.

Landkreis Gifhorn. Vier Landkreise – und ein Leitstellenverbund, über den alle Einsätze von Feuerwehren und Rettungswagen gesteuert werden. Am geplanten Verbund wird seit Jahren von Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Gifhorn und Celle gearbeitet (das IK berichtete mehrfach).

Abteilungsleiter Matthias Rüger, im Landkreis Gifhorn zuständig für Brand-, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Gewerbe berichtete jetzt im Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen des Landkreises Gifhorn nach der Bereisung von Leitstelle und Feuerwehrtechnischer Zentrale über die Erfolge, Probleme und die Zukunft des geplanten Leitstellenverbundes.

Ein Problem, das seit längerem besteht, ist die Datenverbindung. „Der Datenfluss zwischen zwei Leitstellen ist einfach zu langsam“, bemängelte Rüger. Schuld sei ein circa 50 Meter langes Kupferkabel im Celler Kreishaus, welches man vor rund acht Wochen bei der Suche nach dem Fehler entdeckt habe. Dieses soll nun durch Glasfaser ersetzt werden. Danach werde das System einem Stresstest unterzogen. Sollte die Datenverbindung dann immer noch zu langsam sein, wolle man neue Router mit größerem Datenfluss an den vier Leitstellenstandorten installieren. Erfolge der Stresstest dann positiv, sollen die Leitstellen stufenweise in den Verbundsbetrieb geschaltet werden. Zunächst Celle und Lüchow-Dannenberg, später dann auch Gifhorn und Uelzen. „Unser Grundsatz ist dabei: Sicherheit vor Schnelligkeit“, erklärte Rüger.

Der Verbund habe aber auch Erfolge aufzuweisen, berichtete Rüger. Zum Beispiel habe man an allen Leitstellenstandorten die Notrufabfrage und das Einsatzleitsystem erneuert. Zudem wurde das eCall System angeschafft, welches seit April für alle neuen Fahrzeugmodelle in der EU Pflicht ist und bei einem Unfall automatisch den Unfallort an die nächste Rettungsleitstelle per GPS übermittelt.

Durch die gemeinsamen Projekte und das Auftreten als Verbund konnte man laut Rüger Kosten in sechsstelliger Höhe einsparen und Rabatte von 30 bis 40 Prozent einfahren. Auch der Digitalfunk musste nur einmal installiert werden. Zudem erspare man sich durch den Verbund die Notwendigkeit einer zweiten Redundanz-Leitstelle. Wenn nämlich einmal das System der Leitstelle ausfallen sollte, könnten Kollegen aus Celle, Lüchow-Dannenberg oder Uelzen übernehmen. „Das müssten wir sonst mit viel Geld im Landkreis Gifhorn vorhalten.“

Von Ann-Cathrin Brey

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