Tötung von Schüler in Lünen – hiesige Schulen gehen Gewalt aktiv an

Prävention als Schlüssel

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Homepage der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule gestern nach dem Tötungsfall an der Bildungseinrichtung.

Landkreis Gifhorn. „Wir trauern“ – das ist gestern die zentrale Botschaft auf der Homepage der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Lünen (Nordrhein-Westfalen).

Einen Tag nachdem dort ein als gewaltbereit bekannter 15-jähriger Schüler einen 14-jährigen Mitschüler erstochen hat. Nach ersten Erkenntnissen, weil dieser seine Mutter „provozierend angeguckt“ hat. Extreme Gewalt aus nichtigen Gründen – auch ein Problem an den Schulen im Landkreis Gifhorn?

Die Polizei Gifhorn verweist in diesem Zusammenhang auf den Jahresbericht zur Jugendkriminalität und Jugendgefährdung 2016. Diesem ist ein eindeutig rückläufiger Trend zu entnehmen. So sinkt die Gesamtzahl der an den Schulen im Landkreis begangenen und angezeigten Straftaten von 2007 bis 2016 von 284 auf 130. Die Zahl der sogenannten „Rohheitsdelikte“, dazu gehören vor allem Körperverletzungen, sinkt im gleichen Zeitraum nur von 85 auf 57 –ihr Anteil an der Gesamtzahl der Straftaten steigt somit, und außerdem ist der Rückgang auch nicht so eindeutig. Mit 92 Rohheitsdelikten gibt es 2012 einen deutlichen Ausschlag nach oben. Eindeutiger zurückgegangen sind laut Statistik die Zahlen der Diebstähle und der Sachbeschädigungen.

Der Umgang mit Gewalt ist durch einen Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums von 2005 geregelt. Ein Schwerpunkt liegt auf Prävention. Ein Schlüssel, der unter anderem für Katja Wölfer, Leiterin der Oberschule Wesendorf, funktioniert. Bis auf das Thema Cybermobbing mache man an ihrer Schule keine anderen Erfahrungen mit Gewalt, als das seit Generationen üblich sei, beispielsweise in Raufereien.

Von Steffen Kahl

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