Nach den schweren Krawallen: Ordnungshüter in Celle wollen das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken

Polizei zeigt verstärkt Präsenz

Polizisten stehen am Dienstag in Celle vor einer Gruppe protestierender Jesiden.
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Polizisten stehen am Dienstag in Celle vor einer Gruppe protestierender Jesiden.

js Celle/Landkeis Gifhorn. Besucher bräuchten keine Angst zu haben, dass sie sich unvermittelt zwischen Krawallen oder einer Straßenschlacht wiederfänden. Das sagt Celles Polizeisprecher Guido Koch.

Das beschauliche, idyllische Celle war bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem es dort Montag und Dienstag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jesiden und muslimischen Tschetschenen beziehungsweise zwischen der Polizei und beiden ethnischen Gruppen gekommen war.

„Wir sind weiter mit mehr Personal in der Stadt unterwegs. Insbesondere im Bereich des Bahnhofs, wo es zu den Ausschreitungen gekommen ist“, sagt Koch. Der historische Innenstadtkern Celles, dort, wo Einkäufer und Touristen anzutreffen sind, sei an beiden Tagen nie Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen gewesen, betont der Polizeisprecher.

Die Celler Ordnungshüter hätten bis auf Weiteres polizeiliche Unterstützung aus anderen Landkreisen beziehungsweise Städten. Zu Fuß und in Streifenwagen seien die Beamten verstärkt unterwegs. Wie lange die erhöhte Polizeipräsenz in Celle aufrecht erhalten werde, könne man nicht sagen. Das könne auch von der Entwicklung im Krisengebiet Nordirak und Nordsyrien abhängen. Möglicherweise habe der Terror des Islamischen Staates gegenüber den Jesiden dort eine maßgebliche Rolle bei der Auslösung der Gewalt gespielt. Auch gestern war nicht klar, was letztendlich Zündfunke für die Krawalle Anfang der Woche gewesen ist. Es gebe viele Spekulationen, so Koch.

Wichtig sei jetzt für die Polizei, das Sicherheitsgefühl der Celler und ihrer Gäste wieder ins Lot zu bringen. Im Auge habe man dabei auch soziale Netzwerke wie Facebook, über die die Krawallmacher kommuniziert hätten, um Verstärkung zu mobilisieren. Koch sagt auch, dass über diese Netzwerke viel Unsinn verbreitet und versucht werde, Unsicherheit zu schüren.

Ebenfalls eingebunden sei die Bundespolizei, die unter anderem für die Sicherheit auf den Bahnhöfen und in den Zügen verantwortlich ist. „Die Kollegen informieren uns, sollten sich verstärkt verdächtige Personengruppen per Bahn nach Celle aufmachen“, so Koch.

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