„Eine sehr sichere Region“

Polizei Gifhorn freut sich über niedrige Zahl an Straftaten

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Auf den ersten Blick wirkt die Zahl der Wohneinungsbrüche im Landkreis Gifhorn für 2018 recht hoch. Darunter sind aber auch Taten, die sich bereits 2017 ereignet haben, aber deren Bearbeitung man erst 2018 abschloss. 

Landkreis Gifhorn – „Die Bürger im Landkreis Gifhorn können sich sehr sicher fühlen“: Das war das Fazit, das Andreas Sosniak, Leiter der Analysestelle der Polizeiinspektion Gifhorn gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 zog.

Auf Tiefstand: die Fallzahlen im Landkreis.

Tötungsdelikte

In 2018 wurden neun Verbrechen gegen das Leben registriert, sechs mehr als 2017. Darunter fallen vier Fälle versuchten Totschlags, drei fahrlässiger Tötung und zwei wegen Mordes. Vier der Taten wurden allerdings bereits in 2017 verübt. „In der Polizeistatistik werden lediglich abgeschlossene Fälle aufgeführt, an denen nicht mehr gearbeitet wird“, erklärte Andreas Krenz, stellvertretender Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Sexualdelikte

Die Zahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist von 81 Fällen in 2017 auf 114 Fälle gestiegen. „Das ist für uns ein gutes Zeichen“, sagte Sosniak. Krenz pflichtete ihm bei: „Das bedeutet, dass mehr Menschen den Mut hatten, so einen Fall anzuzeigen.“ 18 dieser 33 zusätzlichen Fälle wären in der Vergangenheit noch als Beleidigung behandelt worden. Im Zuge der MeToo-Debatte habe es aber eine Gesetzesänderung gegeben, nach der diese nun als sexuelle Belästigung zählen, so Krenz. „Das ist ja nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist hoch.“

Roheitsdelikte

Unter „Rohheitsdelikte“ fallen etwa Raub, Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Insgesamt war mit 1.266 Taten ein Zuwachs um 150 (13,44 Prozent) zu 2017 zu verzeichnen. „Einerseits nimmt gefühlt der Respekt der Menschen voreinander ab“, sagte Krenz. „Andererseits sinkt aber auch die Hemmschwelle, zur Polizei zu gehen, besonders auch durch Online-Anzeigen.“ Dennoch gebe es gerade auch im Bereich der „Häuslichen Gewalt“, der zwar kein gesondertes Straffeld darstellt, aber seit 2005 erfasst wird, eine große Dunkelziffer. Krenz rechnet mit einem Anstieg der Fallzahlen: „Immer mehr Menschen, besonders Frauen, lassen sich sowas nicht mehr einfach gefallen.“

Diebstahl

Für das 21. Jahrhundert verzeichnet die Polizei Gifhorn ein Rekordtief bei Diebstahlsdelikten: 2018 (2.244 Delikte) gut halb so oft gestohlen wie 2000 (4.423 Delikte). 755 Fälle davon konnten aufgeklärt werden. Bei den Wohnungseinbrüchen warnt Sosniak vor einem vorschnellen Urteil: „357 sieht auf den ersten Blick sehr viel aus. Aber wir haben da wieder viele Fälle dabei, die sich in 2017 ereignet haben.“ So betrage die Zahl der tatsächlichen Einbrüche für 2018 268, ein geringfügiger Anstieg zu 2017 (265).

Drogendelikte

Ähnlich wie bei den Sexualdelikten freuen sich Sosniak, Engel und Krenz über die gestiegene Zahl bekannter Drogendelikte (457, 2017: 353). „Das zeigt, dass unsere Ermittlungen Erfolg haben“, sagte Krenz.

VON DENNIS KLÜTING

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