Heiße Songs von coolen Bands beim Festival „Feuerchen und Wässerchen“ in Gifhorn

Platt statt Erotik

Auch Freunde klassischer Musik kamen beim wiederbelebten Festival „Feuerchen und Wässerchen“ im Gifhorner Kultbahnhof voll auf ihre Kosten.
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Auch Freunde klassischer Musik kamen beim wiederbelebten Festival „Feuerchen und Wässerchen“ im Gifhorner Kultbahnhof voll auf ihre Kosten.

Gifhorn. Nach drei Jahren Pause hat sich Volker Schlag dazu durchgerungen, im Rahmen eines dreitägigen Musikfestivals die Veranstaltung „Feuerchen und Wässerchen“ wieder neu zu beleben.

Und das lockte wieder viele Neugierige, aber auch Freunde der klassischen Musik zum Gifhorner Kultbahnhof.

Organisator Volker Schlag (links) und Marc Bierstedt sangen erstmals öffentlich in dieser Formation gemeinsam.

Das Programm, bestehend aus vier Auftritten, hatte es in sich. Der Abend wurde auf der Hauptbühne von einem internationalen klassischen Quartett eröffnet, das Stücke von Antonin Dvorak zelebrierte. Durch das Programm führten Holger Feder aus Wolfenbüttel und Thorsten Erkens aus Gifhorn, die ihre beiden Puppen Hans-Hermann und Alfons sprechen ließen. Feder führt in Wolfenbüttel ein Puppentheater und gibt im Kultbahnhof Schauspielunterricht. Ihn hat auch schon einmal Schauspieler Heinz Hönig vertreten, der ab und zu auch mal im Kultbahnhof aufschlägt.

Rythm & Blues präsentierte der Amerikaner Tom Shaka auf seiner speziell angefertigten E-Gitarre und natürlich durfte auch die R&B-Mundharmonika nicht fehlen. Unnachahmlich ist seine rauhe, aber sehr angenehme Stimme, die den Songs die Krone aufsetzten. Der Amerikaner mit sizilianischen Wurzeln verstand es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

Nach Klassik, Ragtime und Rock wurde es platt, ganz platt. Sabine Kaack trat auf, die allseits immer noch und vor allem bekannt als Mitglied der Familie Drombusch, wie das Moderatorenteam Hermann mit Torsten Erkens im Rücken und Alfons mit Holger Feder all denjenigen sagte, die die Paraderolle der bekannten Schauspielerin möglicherweise vergessen hatten. Sie mache auch in Erotik, sagte Kaack, aber am Samstagabend bei Feuerchen und Wässerchen stand eben Plattes im Vordergrund. Kaack las up plattdütsch, die Schleswig-Holsteinerin widmete sich dem norddeutschen Dialekt und rezitierte und sang plattdeutschen Blues.

Schauspielerin Sabine Kaack erzählte, las und sang auf Plattdeutsch.

Der Kontakt zu Kaack kam durch Festivalinitiator Volker Schlag zustande. „Wir arbeiten gerade an einer erotischen Lesung“, sagte Schlag. Doch an diesem Abend ging es weniger erotisch zu, im Gegenteil. Eine Fabel von de Has und de Voss kam stattdessen, wodurch auch klar wurde, warum Hasen keinen Füchsen vertrauen, und Storms Schimmelrieder. Brillant am Klavier, spontan „engagiert“, begleitete Billy Ray Schlag die Lesung zum Schimmelreiter mit der entsprechend stimmungsvollen Musik. Der Sohn von Volker Schlag hatte dabei schnell umzuschalten, kam gerade von der entgegengesetzten Bühne, wo er mit Volker Schlag und Marc Beierstedt das Publikum mit Rockmusik in Schlags neuester Formation unterhalten hatte. Kaack plattdeutsche Einlagen kamen an und wurden auch verstanden, wie man am Lachen und Beifall erkennen konnte. Auf die erotischen Ausarbeitungen muss sich das Publikum noch gedulden, sagte Schlag, sie seien gerade in Arbeit. Nach dem platten Beitrag gab es wiederum Ragtime, bevor Tina Krusic die Bühne gehörte. Das Wetter passte, es war Sommertied, wie Kaack zuvor gesagt hatte, eine schöne Zeit, wenn die „Möwen dösen und der Raps blüht“.

Von Siegfried Glasow und Burkhard Ohse

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