Gifhorner Altstadtfest: Pils und Limo ab diesem Jahr aus Kunststoffgefäßen

Nur noch aus dem Becher

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Dietmar Dannheim (von links), Dr. Klaus Meister, Elke Rohrbeck und Thomas Reuter stellten die neuen Trinkgefäße für das Gifhorner Altstadtfest vor.

Gifhorn. Na dann Prost. Nach Veranstaltungen in München, Bremen oder Köln werden ab diesem Jahr auch auf dem Gifhorner Altstadtfest Getränke nur noch in Kunststoffgefäßen ausgegeben.

„Der Übergang von Gläsern zu Kunststoffgefäßen ist ein recht schwieriges Unterfangen“, erklärte Dr. Klaus Meister, Fachbereichsleiter für Kultur in der Stadt, die das größte regionale Fest ausrichtet. Schwierig deshalb, weil auf dem Fest sehr viele verschiedene Getränke zu haben sind.

Wein, Sekt, Hefeweizen, Cocktails, Schnaps oder Softgetränke sind im Angebot, und dennoch hat die Umstellung auf Kunststoffbecher aus Polypropylen (PP), Polycarbonat (PC) oder Styrol-Acrylnitril (SAN) einen großen Vorteil bei der Sicherheit, wie Meister erläuterte. Denn die geht vor.

Das bekräftigte auch Polizeisprecher Thomas Reuter. „Wir begrüßen diese Umstellung aus polizeilicher Sicht ausdrücklich, denn Glas birgt immer eine latente Gefahr“, sagte er. Vor allem zu fortgeschrittener Stunde und bei angestiegenem Alkoholpegel kam es in der Vergangenheit immer wieder mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf auch Gläser als Waffe benutzt wurden. Scherben auf den Boden stellen vor allem für Frauen in luftigen Sandalen eine weitere Gefahr dar, wie Ordnungsamtsleiterin Elke Rohrbeck zufügte. Sie stellt vor allem nach Beginn der Sperrstunde nach Mitternacht eine erhebliche Verunreinigung der Festmeile mit Glasscherben fest. Zwar habe es noch keine schwerwiegenden Verletzungen durch Glas auf dem Altstadtfest gegeben, doch mit dem Verzicht auf Gläser erhofft sich die Polizei einen weiteren Rückgang der gefährlichen Körperverletzungen. „Der erste große Schritt zu mehr Sicherheit war die Einführung von Pfandgläsern“, sagte Reuter. Doch der Glaspreis überstieg den Pfandbetrag von 1,50 Euro, die Behältnisse, die jetzt verwendet werden sollen, sind erheblich günstiger, sollen aber auch gegen Pfand abgegeben werden. „ Bei den Gastronomen sind die Meinungen zu den Kunststoffbehältnissen eher gemischt. Die überregional tätigen Wirte kennen aber bereits den Übergang zu Kunststoff und bestätigen, dass keine Umsatzeinbußen zu erwarten sind. „Das Kunststoff-Konzept habe sich schon bei den großen Vatertagsfeiern und Schools-out-Partys in der Stadt bewährt, sagte Rohrbeck. Bei mitgebrachten Flaschen müssten die Besucher damit rechnen, dass sie ihnen von den Ordnungsdiensten abgenommen werden.

Die alten Gläser, Dietmar Dannheim von der Lieferfirma Getränke-Höpfner sprach von einem Bestand von 12 500 Stück, sollen ab 1. Februar an der Konzertkasse für einen Euro pro Stück verkauft werden. „50 Cent pro Glas gehen an die Aktion ,Helfen vor Ort’, sagte Dannheim. In diesem Jahr sollen zunächst insgesamt 25 000 Becher aus Kunststoff angeschafft werden. Meisters Fachbereich ist derzeit in den Planungen für das Altstadtfest vom 22. bis 24. August. 312 Gruppen hätten sich für das Fest beworben.

Von Burkhard Ohse

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