Landkreis Gifhorn nimmt HPV-Impfung in die Empfehlungen auf

Ein Pieks gegen Krebs

+
Der Landkreis nimmt in seine jährliche Impfungsaktion nun auch die HPV-Empfehlung der STIKO für Jungen mit auf.

Landkreis Gifhorn. Damit sich ansteckende Krankheiten nicht ausbreiten, bietet der Landkreis Gifhorn jedes Jahr eine Impfbuchaktion an den Schulen an. Dabei können die Impfbücher von Kindern der 6. und 9. Klassen abgegeben werden.

Diese Kinder werden vom Landkreis untersucht und anschließend gibt es eine Empfehlung zu möglicherweise fehlenden Impfungen. Dabei wird nun auch eine HPV-Impfempfehlung der Ständigen Impfschutz-Kommission (STIKO) aufgenommen.

Die HPV-Impfung gegen Humane Papillomviren wird schon seit 2007 von der STIKO für Mädchen empfohlen. Die Erreger sind zu fast 100 Prozent für Gebärmutterkrebs verantwortlich, bei Männern können sie Penis- und Analkrebs sowie Karzinome in Mund und Rachen auslösen. Aufgrund der niedrigen Impfquote konnte der indirekte Schutz für Jungen nur eingeschränkt erreicht werden. Daher wurde die Empfehlung auch auf Jungen ausgeweitet. Mit 41 Prozent war die Impfquote auf einem niedrigen Niveau. Da eine Übertragung oft schon beim ersten Sexualkontakt erfolgen kann, ist eine frühzeitige Impfung aus Sicht des Landkreises besonders wichtig. Sie sollte bei Kindern und Jugendlichen zwischen neun und 14 Jahren erfolgen, bis zum 18. Lebensjahr wird sie von der Krankenkasse bezahlt. „Es gibt jedoch 150 bis 200 HPV-Arten. Die können nicht alle in einem Wirkstoff abgedeckt werden“, erklärt Barbara Franke vom Fachbereich Gesundheit des Landkreises. „Die Impfung schützt aber vor einem großen Teil von ihnen, ist erprobt und ungefährlich.“

Verglichen mit der deutschlandweiten Quote, ist die Impfbereitschaft im Landkreis Gifhorn erfreulich hoch, wie Franke berichtete. Besonders bei Masern und Röteln (97 Prozent), aber auch bei Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (fast 09 Prozent) sei die Immunisierungsrate hoch. Insgesamt erhielten 2017 rund 4750 Schüler im Landkreis Informationsbroschüren über Kinderimpfungen und Erkrankungen. 3105 Impfpässe wurden eingesehen, was einer Gesamtbeteiligung von 66 Prozent entspricht.

Von Dennis Klüting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare