Verwaltung will Vorzüge der ländlichen Regionen zeigen

„Perspektive ist da“: Kreis wirbt um Ärzte

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Um die Versorgung durch Ärzte im ländlichen Raum zu gewährleisten, will der Landkreis Gifhorn nun angehende Mediziner von den Vorzügen der Region überzeugen.
  • VonMatthias Jansen
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Landkreis Gifhorn. Medizin zählt zu den beliebtesten Studiengängen. Allerdings wollen sich junge Mediziner nicht mehr mit Zwölf-Stunden-Tagen abfinden.

In einer Umfrage der Landesärztekammer Hessen erklärten 80 Prozent der Absolventen von 2009 bis 2014, dass eine ausgewogene Balance von Arbeits- und Freizeit für sie wichtig ist.

„Der Verdienst steht nicht unbedingt im Vordergrund. Der Ausgleich zum Beruf wird immer wichtiger“, weiß Christine Gehrmann, Beauftragte für Gleichstellung und Demographie beim Landkreis Gifhorn. Deshalb hat die Verwaltung zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit für Mittwoch, 1. Juni, ab 15 Uhr, die Infoveranstaltung „Zwischen Sprechstunde, Spielplatz und Selbstverwirklichung: Eine Lebensperspektive für Ärztinnen und Ärzte“ organisiert.

Im Isenhagenzimmer im Schloss Gifhorn sollen angehende Mediziner von den Vorteilen überzeugt werden, die sie haben können, wenn sie nach dem Studium in die Region zurückkehren und als niedergelassener Arzt oder in einer Klinik arbeiten. „Wir wollen die angehenden Mediziner gezielt ansprechen und die Anreize aufzeigen. Die Perspektive ist da“, sagt Landrat Andreas Ebel.

Aber womit können ländliche Regionen punkten? Eigentlich, so Gehrmann, die zusammen mit Kreisrat Rolf Amelsberg den Info-Nachmittag moderieren wird, sei es schwierig, beim Werben um Mediziner mitzuhalten. „Das sind sehr gefragte Personen im Berufsmarkt. Für Ärzte ist es einfach, Bedingungen auszuhandeln“, sagt Gehrmann.

Der Pluspunkt des Landkreises seien „emotionale Bindefaktoren“, die vor allem Medizinerinnen zum Zug auf das Land bewegen könnten. „Der Trend in der Medizin ist weiblich“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte von einem 70-prozentigen Anteil an Medizinstudentinnen. Faktoren wie die bessere Kinderbetreuung könnten ausschlaggebend sein.

Sorgen, dass Ärzte auf dem Land nicht genügend verdienen würden, hält die Verwaltung für haltlos. „In der Stadt müssen Ärzte um ihr Geld durch IGeL-Leistungen kämpfen. Das gibt es auf dem Land nicht. Da kommen die Patienten von alleine.“

Ab 15 Uhr geben Katharina Nünemann (Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen), Monika Kuba (Ärztin in Wesendorf) und Sabine Povoden (Ärztin in Gifhorn) Tipps zum Spagat, um die Work-Life-Balance im Medizineralltag aufrecht zu erhalten. Alle interessierten Schüler oder Medizinstudenten sind eingeladen.

Von Matthias Jansen

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