Pendler auf Abstellgleis?

Stundentakt nach Braunschweig: „Pro Bahn“ übt Kritik an langwierigen Planungen

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Wann können Pendler nun stündlich in Erixx-Züge in Richtung Uelzen und Braunschweig steigen?

Uelzen/Gifhorn. Wann kommt der Stundentakt auf der Bahnstrecke Uelzen-Wittingen-Braunschweig? Der Zeitplan, dass ab Dezember 2017 stündlich Pendler Verbindungen von Erixx nutzen können, steht auf mehr als wackeligen Beinen.

Für den besseren Takt bedarf es eines zusätzlichen Begegnungsgleises am Bahnhof Rötgesbüttel. Und das für den Bau notwendige Planfeststellungsverfahren musste nach Einwendungen, wie berichtet, noch einmal neu aufgerollt werden. Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ in Niedersachsen, Björn Gryschka, hat angesichts der zu erwartenden Verzögerung am Sonnabend in Uelzen deutliche Worte verloren. Dort kamen Pro-Bahn-Mitglieder zur Landesversammlung im Hundertwasser-Bahnhof zusammen.

Gryschka erklärte im Gespräch mit dem IK, dass die Interessen von Pendlern bei solchen Projekten mehr Gewicht bekommen müssten. Berücksichtigt würden bei Bauvorhaben zurzeit noch vor allem die Anlieger der Trassen. Aber was sei mit den Pendlern, die täglich die Verbindungen nutzten?, fragte Gryschka. Der Landesvorsitzende sprach von einem Missverhältnis im Planungsrecht, sodass bereits Projekte wie Rötgesbüttel ausgebremst würden, wenn lediglich drei Feldwege geschlossen werden sollen. Hier gelte es das Planungsrecht zu verändern.

Bei der Landesversammlung von Pro Bahn bildeten Infrastrukturprojekte wie das Begegnungsgleis in Rötgesbüttel einen Schwerpunkt. Dazu war auch Dr. Christoph Wilk in Vertretung für den Verkehrsminister Olaf Lies nach Uelzen gekommen und er hatte für alle Pendler weiter südlich noch eine positive Nachricht im Gepäck. Noch in diesem Jahr wollen sich Bund, Bahn und Land darauf einigen, wer welchen Betrag für ein zusätzliches Gleis zwischen Wolfsburg und Braunschweig bezahlt. Die Maßnahme kostet 150 Millionen Euro. 2022 könnte das Gleis, von dem man sich eine bessere Taktung verspricht, in Betrieb gehen.

Von Norman Reuter

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