Gegen den Eichenprozessionsspinner wird im nächsten Jahr koordiniert vorgegangen

Parsau und Rühen planen Raupenkrieg

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Zwar sind in den Gemeinden Rühen und Parsau noch immer viele Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen, aber die akute Bedrohung – wie noch vor ein paar Wochen – ist zurückgegangen.

Parsau / Rühen. Das Schlimmste liegt wohl erst einmal hinter den Gemeinden Parsau und Rühen. Zwar sind noch immer viele Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen, aber die akute Bedrohung, wie sie noch vor wenigen Wochen bestand, ist zurückgegangen.

Jetzt gilt es, ans nächste Jahr zu denken.

Aufgrund der Probleme durch die Massenvermehrung der Eichenprozessionsspinner in Parsau und Rühen hatten sich die Gemeinden an Landrat Dr. Andreas Ebel gewandt und um Hilfe gebeten. Unter dessen Leitung wurde schnellstmöglich ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, bei dem Privateigentümer, die Gemeinden, der Landkreis, die untere Naturschutzbehörde, der BUND sowie die Forstverwaltung und noch einige mehr mitarbeiten. Kürzlich machte sich schließlich auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies ein Bild von der Situation (das IK berichtete).

Nun traf sich erneut der Arbeitskreis, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In diesem Jahr könne man nicht mehr viel tun. „Die Absaugarbeiten sind soweit fertig“, berichtete Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil im IK-Gespräch. Rund 150 000 Euro habe der Kreis dafür bereits ausgegeben. „Wir haben aber noch viel vor uns“, so Keil weiter, „wir müssen zunächst die befallenen Flächen erfassen.“ Möglichst viel Fläche soll im nächsten Frühjahr aus der Luft benebelt werden, damit der Eichenprozessionsspinner schon bei der Eiablage gestört wird. So erhofft man sich, dass es gar nicht erst zu einem solchen Massenbefall wie in diesem Jahr kommt.

Dabei geht es nicht nur um Waldstücke, sondern auch um größere Alleen. „Da sind viele Regelungen zu beachten“, erklärt Keil. An und in Waldstücken müssten Naturschutzbestimmungen eingehalten, an Straßen muss das Straßenbauamt miteinbezogen und für Aktionen an Feldrändern mit der Landwirtschaftskammer gesprochen werden. Auch müsse die noch zu kartierende Fläche mehrmals behandelt werden.

Die genaue Planung der Benebelungen ist eine Sache, ihre Finanzierung eine ganz andere. Der Kreis hat schon hohe Summen in die Bekämpfung der Raupen gesteckt, die Gemeinden ebenso. Minister Lies hatte im Namen des Landes Hilfe zugesichert, doch wie genau diese aussieht, steht noch nicht fest. Bisher mussten Privatpersonen die Behandlung ihrer Bäume selbst bezahlen – mit 200 Euro pro Baum keine Kleinigkeit. Das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern.

Im August will die Arbeitsgemeinschaft wieder zusammenkommen. Eine koordinierte Planung aller Beteiligten soll den Insekten im nächsten Jahr Einhalt gebieten. „Im Frühjahr 2019 werden wir gut aufgestellt sein, aber bis dahin müssen wir noch einige Hürden und Paragraphen nehmen“, weiß Keil, „in diesem Jahr gibt es aber schon den ersten Ruck.“

Von Dennis Tesch

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