Samtgemeinden tendieren klar in Richtung Absage

Keine Osterfeuer im Nordkreis

Sämtliche Osterfeuer im Isenhagener Land werden in diesem Jahr voraussichtlich ausfallen.
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Sämtliche Osterfeuer im Isenhagener Land werden in diesem Jahr voraussichtlich ausfallen.
  • Florian Schulz
    vonFlorian Schulz
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Die Stadt Wittingen hat vorgelegt, die weiteren Samtgemeinden im Isenhagener Land werden aller Voraussicht nach nachziehen. Die klare Tendenz: Sämtliche Osterfeuer werden in diesem Jahr abgesagt.

Isenhagener Land – Zu einem Osterfest gehört normalerweise auch ein Osterfeuer. Doch an Normalität ist in Zeiten der Corona-Pandemie weiterhin nicht zu denken. Der Lockdown ist bis zum 7. März verlängert, ziemlich genau einen Monat später (4./5. April) steht dann auch schon Ostern vor der Tür. Nach aktuellem Stand scheinen Brauchtumsfeuer – wie schon 2020 – im Nordkreis kein Thema zu sein.

Während von der Stadt Wittingen bereits ein entsprechendes Verbot per Allgemeinverfügung ausgesprochen wurde (das IK berichtete), tendieren auch die Samtgemeinden Hankensbüttel, Wesendorf und Brome zu einer Absage. Auch wenn dort noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind.

Wir werden erst einmal die Entwicklung abwarten. Aus meiner Sicht würde es aber schon Sinn ergeben, kreisweit eine einheitliche Regelung zu treffen. Ansonsten gibt es hier reinen Tourismus.

Andreas Taebel, Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel

„Wir haben über dieses Thema natürlich bereits gesprochen. Ich gehe davon aus, dass es bei uns keine Osterfeuer geben wird. Aber das ist bislang nur eine Tendenz“, berichtet der Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel, Andreas Taebel. Erst nach der nächsten Konferenz der Bundesregierung Anfang März wird es wohl eine endgültige Entscheidung geben. Von der Stadt Gifhorn wurde bereits ein Brauchtumsfeuer-Verbot bis zum 31. August ausgesprochen. „Wir werden erst einmal die Entwicklung abwarten. Aus meiner Sicht würde es aber schon Sinn ergeben, kreisweit eine einheitliche Regelung zu treffen. Ansonsten gibt es hier reinen Tourismus“, meint Taebel.

„Wir als Samtgemeinde Wesendorf sind gar nicht dazu befugt, Osterfeuer zu verbieten“, sagt Bürgermeister René Weber, um anzufügen: „Das liegt in den Händen der Feuerwehren, die ja auch die Verantwortung tragen.“ Aufgrund fehlender Übungseinsätzen und Jahreshauptversammlungen fehlt den einzelnen Wehren auch die nötige Vorbereitung. „Nach derzeitigen Erkenntnissen wird es in der Samtgemeinde Wesendorf keine Osterfeuer geben“, erklärt Gemeinde-Brandmeister Torsten Winter. Eine Vorausplanung sei – gerade mit Blick auf die Hygienemaßnahmen – schwierig. Winter: „Die Feuerwehren können am Ende ja nicht auf allem sitzen bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass im gesamten Kreis überhaupt ein Osterfeuer organisiert wird. Und wenn, dann bin ich gespannt, wie das entsprechende Konzept bei der Anzahl an Menschen umgesetzt wird.“

Auch in der Samtgemeinde Brome wird es aller Voraussicht nach dieses Jahr keine Osterfeuer geben. „Es weiß ja noch niemand, welche Auflagen es bis dahin von der Regierung gibt und ob sie dann auch eingehalten werden können“, sagt Bürgermeisterin Manuela Peckmann. Doch nicht nur das: „Durch den Ausschank von Alkohol besteht natürlich immer die Gefahr, dass das Feuer außer Kontrolle gerät.“ Das wiederum würde vermutlich einen Feuerwehreinsatz zur Folge haben.

Die Feuerwehren dürfen auf der anderen Seite in aktuellen Zeiten nicht einmal Übungsdienste absolvieren. „Daher haben wir mit den Wehren auch vereinbart, keine Feuer zu organisieren. Kleineren Vereinen kann ich nur empfehlen, es ebenfalls zu unterlassen“, so Peckmann. Ein weiterer Faktor sei die Organisation. „Bis zum Ende des Monats ist es noch erlaubt, Holz zu sägen und anzuhäufen. Wenn es dann jedoch ein allgemeines Verbot geben würde, hätte der Veranstalter das Problem mit der Entsorgung, was auch hohe Kosten nach sich zieht“, erklärt die Samtgemeinde-Bürgermeisterin, die anfügt: „Es hängt schon ein großer Rattenschwanz dahinter.“

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