Angriffe eines jungen Storchenpaares

Osloß: Attacke auf Jungstörche – einer verletzt, einer tot

Osloßer Nest mit einem Altstorch und drei Jungtieren (einer davon am Kopf verletzt).
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Das Osloßer Nest nach dem Angriff eines jungen Storchenpaares aus Calberlah: Drei Jungstörche überlebten, einer kam verletzt ins Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde.

Osloß – Ein toter Jungstorch wurde am frühen Montagmorgen, 7. Juni, in Osloß unter seinem Nest gefunden. Wie Hans-Jürgen Behrmann, Weißstorchbetreuer für den Landkreis Gifhorn, berichtet, wies er Stichverletzungen im Kopf- und Nackenbereich auf.

„Beobachtungen vor Ort ließen befürchten, dass dies nicht das einzige Opfer sein würde“, mutmaßte der Weißstorchbetreuer. Am Sonntag hätten sich noch vier Junge im Alter von fünf Wochen im Nest befunden. Deren Beringung war ohnehin für den Montag vorgesehen. Bei dem Einsatz mithilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn stellte sich dann heraus: Während zwei Junge offensichtlich unverletzt waren, wies der dritte ebenfalls Stichverletzungen im Kopfbereich auf. Er wurde geborgen und ins Nabu-Artenschutzzentrum nach Leiferde gebracht.

Bei der Suche nach den Angreifern, so Behrmann, richte sich der Verdacht auf ein junges Storchenpaar, das in den Wiesen bei Calberlah mit der Brut begonnen hatte, dann aber dort von einem anderen Paar vertrieben worden war. Schon seit Wochen würden die beiden versuchen – das zweijährige Männchen ist anhand seiner Ringnummer zu erkennen – auf das Nest mit den vier Jungen in Osloß zu gelangen. Bisher wurden sie immer von den Eltern abgewehrt. „Am Montagmorgen aber hat das Angreiferpaar offensichtlich einen für sie günstigen Moment erwischt, als beide Elternstörche auf Futtersuche und die Jungen unbewacht waren“, mutmaßt Behrmann. Dass Storchenjunge von anderen Störchen bei einer versuchten Nesteroberung angegriffen und manchmal dabei sogar getötet werden, komme vor. So wie zwei Junge am 28. Mai auch in Volkmarsdorf.

„Das ist übrigens nicht durch die Bereitstellung zusätzlicher Nisthilfen zu vermeiden. In Osloß gibt es davon noch zwei, die nicht besetzt sind“, weiß Behrmann. Die Angriffe des jungen Storchenpaares richteten sich von Anfang an nur auf dieses eine besetzte Nest. Übrigens: Am Nachmittag versuchte erneut ein Fremdstorch, auf dem Nest zu landen. Die beiden Jungen aber wehrten ihn mit Schnabelhieben in seine Richtung erfolgreich ab.

(pm)

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