Tierschützer kritisieren geplante verschärfte Bejagung

Nutrias im Kreis Gifhorn geht’s an den Kragen

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Ein Nutria, auch Biberratte oder Wasserratte genannt, auf einer Wiese bei der Autostadt: Niedersachsen sagt den Tieren jetzt verstärkt den Kampf an. Im Landkreis Gifhorn war Ende 2017 ein Konzept zur Förderung der Bejagung beschlossen worden.

Landkreis Gifhorn/Hannover. Niedersachsen sagt der sich rasant ausbreitenden Biberratte den Kampf an. Die auch unter dem Namen Nutria bekannten Nagetiere unterhöhlen Deiche und Uferböschungen und schädigen Agrarflächen.

Tierschützer sehen Schwierigkeiten bei der waidgerechten Bejagung und fordern Managementpläne zur Eindämmung.

Wie die Landesjägerschaft mitteilt, habe das Landwirtschaftsministerium seit dem 25. April die Schonzeit für die Ratten aufgehoben. Nach der Sommerpause wolle das Ministerium auch den Schutz von Muttertieren aufheben. Neben der ganzjährigen Jagdzeit können dann auch Elterntiere geschossen werden, die ihre Jungen aufziehen. Das Land will auch neue Bekämpfungsmethoden mit den Niederländern erproben, die sich über eine Invasion der Tiere aus Deutschland beklagen. Niedersachsen habe bislang die Tiere nicht genügend bekämpft, ist von dort zu hören. Daher hätten sich die Nutrias munter fortgepflanzt und über Wasserläufe wie die Vechte Richtung Holland bewegt.

Im Landkreis Gifhorn war Ende 2017 ein Konzept zur Förderung der Bejagung von Nutrias beschlossen worden (das IK berichtete).

Die bis zu zehn Kilogramm schweren Nutrias stammen aus Südamerika und wurden wegen ihres Pelzes einst nach Europa geholt. Sie sehen auf den ersten Blick wie Biber aus. Genau darin liegt laut Anke Willharms von der Aktion Fischotterschutz ein Problem: Denn bei der Bejagung müssten die Tiere von den Jägern richtig identifiziert werden (das sogenannte Ansprechen).

Auch Dr. Hans-Heinrich Krüger von der Aktion Fischotterschutz kritisiert das verschärfte Vorgehen gegen die Nutrias. Es seien Managementpläne nötig, um den Aufwand für die Bejagung in Relation zu den Schäden setzen zu können. Denn letztere seien aktuell nicht zu beziffern.

Von Paul Gerlach

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