IK-Experte „Zaki“: Keine Nachtfröste in Sicht / Enorme Gegensätze im Oktober

Der November bleibt mild

Der Oktober zeigte sich im Isenhagener Land facettenreich wie schon lange nicht. Mild kommt dagegen der November her. Foto: dpa

Isenhagener Land. Im November vollzieht sich der Übergang vom Herbst zum Winter.

Während sich in der ersten Monatshälfte zunächst noch kältere und mildere Witterungsphasen abwechseln („November tritt oft hart herein, doch muss nicht viel dahinter sein“), trägt die zweite Novemberhälfte gelegentlich schon winterliche Züge. Spätestens zur Monatsmitte wird es deshalb Zeit für den Umstieg auf Winterreifen.

Viele Bauernregeln weisen auf den Zusammenhang zwischen einem kalten November und einem milden Januar hin, wie etwa: „Ist der November kalt und klar, ist trüb und mild der Januar.“ Diese in gut 60 Prozent der Fälle richtige Regel entspricht auch den Erfahrungen des Meteorologen. Für den Fachmann ist ein verfrühter Wintereinbruch aus Nord bis Ost ein Hinweis auf einen bevorstehenden so genannten „kernlosen“ Winter mit einem milden Januar, der von zwei etwa gleich kalten Monaten Dezember und Februar flankiert wird.

Von einem Wintereinbruch ist in den bis zu 16 Tage reichenden Wettermodellen derzeit weit und breit nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Zum Wochenende wird es durch südliche Winde sogar noch etwas milder. Dabei sorgt steigender Luftdruck schon jetzt für eine abnehmende Niederschlagsneigung, allerdings – wie üblich in dieser Jahreszeit – auch für viel trübe Stimmung durch Wolken, Nebel- und Hochnebel. Die Temperaturen legen von derzeit knapp 10 Grad am Wochenende auf über 10 Grad leicht zu. Das Erfreuliche: Nachtfröste bleiben weiterhin außen vor, was die Heizkosten zusätzlich schont.

Der Oktober zeigte sich im Isenhagener Land facettenreich wie selten. Sowohl bei der Niederschlägen als auch den Temperaturen wartete er mit enormen Gegensätzen auf. So konzentrierten sich die erheblichen Niederschläge nahezu ausschließlich auf die erste Monatshälfte (Wittingen: 68,4 Liter pro Quadratmeter, das entspricht 91 Prozent der Monatssumme), während wir in der zweiten Hälfte bei den Tagestemperaturen in gut einer Woche von T-Shirt auf Wintermantel wechseln konnten.

Möglich wurde der massive Temperatursturz durch eine strikte Nord-Süd-Zirkulation der Atmosphäre in der zweiten Oktoberhälfte. Dabei konnte mit südlichen Winden für die Jahreszeit extrem warme Saharaluft auf direktem Weg nach Norddeutschland vorstoßen. Sie brachten zwischen Aller und Elbe vom 18. bis 21. Oktober eine Reihe Spätsommertage mit mehreren Tagesrekorden der Temperatur von über 20 bis örtlich nahe 25 Grad (Uelzen: 24,8 Grad am 19. Oktober).

Am anderen Ende der Skala sorgten vom 26. bis 29 Oktober arktische Nordwinde mit leichten bis mäßigen Nachtfrösten und glatten Straßen für winterliche Stimmung. Neue Negativrekorde gab es dabei nicht, obwohl das Quecksilber in Teilen der Zentral- und Südheide am 28. Oktober bis auf minus 6 Grad (Waldhof bei Langenbrügge: -5,8˚C) abrutschte, am Boden lokal sogar bis auf minus 8 Grad. Den wahrhaft goldenen Kern des Monats bildeten die Tage vom 7. bis 21. Oktober mit durchschnittlich 5,4 Sonnenstunden pro Tag in Wittingen.

Von Reinhard Zakrzewski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare