Nordkreis: Grundstücke sind gefragt, aber die Infrastruktur muss stimmen

Kurze Wege gesucht

Das Neubaugebiet Steinhaufenacker in Wittingen: In den vergangenen zwei Jahren hat die Nachfrage angezogen.
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Das Neubaugebiet Steinhaufenacker in Wittingen: In den vergangenen zwei Jahren hat die Nachfrage angezogen.

Landkreis Gifhorn. Grundstücke und Immobilien seien im Moment sehr knapp, und auch im Nordkreis sei der Markt in Bewegung.

Das sagte Bernd Ahlbrecht, zweiter Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, gestern Morgen bei der Vorstellung der Bilanz des Kreditinstitutes für 2013.

Das Bild ist aber offenbar differenzierter, gerade im Nordkreis. Im Südkreis, in unmittelbarer Nähe zu VW, sei Bauland ein wirklich rares Gut, wie der Wittinger Immobilienmakler Jens Oldenburg sagt. „In Wolfsburg sind Neubaugebiete innerhalb weniger Wochen verkauft.“ Im Nordkreis suchten Bauwillige Grundstücke vorwiegend direkt in den Orten Wittingen, Knesebeck und Hankensbüttel. In der Peripherie gebe es Probleme. „Die Menschen wollen am Wohnort kurze Wege haben“, sagt Oldenburg. Heißt: keine lange Fahrerei zum Supermarkt, zur Schule, zum Arzt oder Kindergarten.

Nachfrage nach Baugrund bestätigt derweil auch René Weber, Bauamtsleiter der Samtsgemeinde Wesendorf. Vor allem in den vergangenen beiden Jahren. „Seitdem die Zinsen so extrem niedrig sind, hätte ich bestimmt 25 Baugrundstücke in der Gemeinde verkaufen können.“ Seit Sommer 2012 ist Wesendorf allerdings ausverkauft. Verhandlungen über ein weiteres Neubaugebiet ziehen sich mit dem Grundstückseigentümer.

Ganz anders 15 Kilometer weiter nordwestlich. In Steinhorst gibt es Grundstücke. Bauwillige bekommen sogar eine Prämie von 2000 Euro pro Kind, wenn sie sich dort niederlassen. „Die Vermarktung ist schwierig“, sagt Andreas Taebel, Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel. Auch im Luftkurort habe man noch zehn Grundstücke im Köcher.

Gute Nachfrage hingegen in der Samtgemeinde Brome. In Tülau gibt es noch Grundstücke, Brome ist auf der Suche nach einem Neubaugebiet, in Rühen ist ein Baugebiet ausverkauft, ein weiteres soll ausgewiesen werden, und Ehra-Lessien bereitet einen dritten Bauabschnitt vor.

Aufatmen in Wittingen. Dort schwächelte die Vermarktung des Steinhaufenackers seit Jahren. Jetzt gehe es voran, sagt Bauamtsleiter Albert Soltau. Zwei Drittel der 44 Grundstücke sind nach Angaben der Sparkasse verkauft.

Von Jens Schopp

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