Meine: Sozialdemokraten schicken 44-Jährigen wieder für Bundestag ins Rennen

SPD nominiert erneut Heil

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Hubertus Heil und seine zahlreichen Unterstützer.

Meine. Der Bundestagswahlkampf der SPD für den Wahlkreis Gifhorn-Peine hat am Mittwochabend mit der erneuten Nominierung von Hubertus Heil begonnen. Von den 70 männlichen und 45 weiblichen Delegierten im Meiner Gemeindezentrum stimmten nur zwei in geheimer Wahl mit Nein.

Unterstützt und gestärkt wurde Heil von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in einem halbstündigen Redebeitrag und vom künftigen Parteivorsitzenden Martin Schulz per Videobotschaft. Beide betonen, dass das soziale Engagement gestärkt werden müsse. Viele Alleinerziehende seien von Armut bedroht. Auch müsse die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geschlossen werden.

„Mögest Du in interessanten Zeiten leben“ – mit diesem alten chinesischen Segenswunsch begann Heil seine Rede. Seit 1998 ist er direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Gifhorn-Peine.

Als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion ist Heil in den Bereichen Wirtschaft und Energie vertreten. Er hat damit auch Einfluss, wenn es um das Thema soziale Gerechtigkeit geht.

Heil unterstrich, dass die Welt aus den Fugen geraten zu sein scheine: Europa, Deutschland und nicht zuletzt auch die hiesige Region würden vor „erheblichen Aufgaben“ stehen. Der technologische Fortschritt, insbesondere die Digitalisierung, verändere die Arbeitswelt. Die Zukunftssorgen der Bürger würden ernst genommen, aber Angst wollen die Sozialdemokraten nicht schüren.

Heil hat für die Region fünf Ziele:

• Im Kreis Gifhorn und im Kreis Peine geht es um sichere Arbeitsplätze und eine starke Wirtschaft, so Heil. In Gifhorn müssten die IAV und Conti-Teves, die auch von der Automobilindustrie geprägt seien, gefördert werden. Dabei dürften das Handwerk und der Mittelstand nicht vergessen werden. Seine Forderung sei auch, die Gewerbegebiete mit High-Speed-Internetanschlüssen zu versorgen. In Peine drehe sich sein Einsatz um die heimische Stahlindustrie und Autozulieferer Faurecia. Gerade sei es gelungen, die Bundesgesellschaft für Endlagerung in Peine anzusiedeln.

• Darüber hinaus geht es Heil um gerechte Bildungschancen für alle. Die Bildungsangebote für die Kinder müssten verbessert werden – etwa durch digitale Tafeln und Ganztagsschulen. Viele Schulen bräuchten auch eine Grundsanierung.

• Die Mobilität der Region muss laut Heil gesichert werden. Der Bundesverkehrswegeplan sei durchgesetzt, jetzt müssten die Ortsumgehungen im Zuge der B 4 und die A 39 zügig ausgebaut werden.

• Ein weiteres Anliegen ist Heil die öffentliche Sicherheit und der Schutz vor Kriminalität. Bei der Bundespolizei sollten 4300 neue Stellen und 15 000 bei den Ländern geschaffen werden. Auch die Strafen für Täter, die die Hilfe von Einsatzkräften behinderten, müssten verschärft werden.

• Die Lebensqualität im ländlichen Raum muss laut Heil erhalten werden: „Wir liegen im Herzen der Region Braunschweig, Wolfsburg und Hannover – nahe den Oberzentren. Wir sind dennoch ländlicher Raum.“ Vom Isenhagener Land im Norden bis nach Lengede im Süden, von Hohenhameln im Westen bis Isenbüttel im Osten: Die Menschen lebten hier gern. Die Abwanderung in die großen Städte müsse aber gestoppt werden. Bezahlbarer Wohnraum sei erforderlich, um die Attraktivität zu erhalten.

Von Bernd Behrens

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