Landkreis muss weitere Menschen unterbringen / Öffentliche Gebäude noch tabu

Nochmal 2100 Asylbewerber: Kreis Gifhorn muss weitere Menschen unterbringen

Das Pastor-Bammel-Haus in Brome soll für die Unterbringung von rund 70 Flüchtlingen hergerichtet werden.
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Das Pastor-Bammel-Haus in Brome soll für die Unterbringung von rund 70 Flüchtlingen hergerichtet werden.

Landkreis Gifhorn. Über 1000 Asylbewerber hat der Landkreis Gifhorn schon untergebracht – das Notaufnahmelager bei Ehra-Lessien nicht mitgerechnet – doch damit ist das Soll noch lange nicht erfüllt.

„Bis zum 31. März müssen wir noch ungefähr 2100 Flüchtlinge unterbringen“, informiert die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann auf IK-Anfrage über die neue Quotierung.

Rund 1200 dieser Asylbewerber stammt dabei noch aus der alten Quote, 1040 Flüchtlinge aus der neuen. Davon hat der Kreis seit dem 1. Dezember bereits etwa 140 Asylbewerber untergebracht, so Wißmann. Ob die übrigen 2100 Menschen also wirklich bis Ende März im Landkreis untergebracht werden müssen, ist zumindest fraglich.

Da sind die Flüchtlinge auf jeden Fall. Ob sie in Gifhorn untergebracht werden, hänge davon ab, wieviele Flüchtlinge nachkommen und wie groß der Druck auf die Aufnahmelager wird, erklärt Wißmann.

Sollte aus dem Zahlenspiel Realität werden, sieht die Kreisrätin kaum eine Möglichkeit, tatsächlich 2100 Menschen aufzunehmen. „Ich weiß nicht wie das funktionieren soll.“ Schon jetzt täten die Gebietseinheiten alles, was in ihrer Macht steht. Und private Investoren versuchen Wohnraum zu schaffen. „Allerdings nur in einer kleinen Dimension“, erklärt Wißmann.

In jedem Fall tue der Kreis alles, um nicht auf öffentliche Gebäude wie etwa Schulen zurückgreifen zu müssen. So soll in naher Zukunft etwa das Pastor-Bammel-Haus in Brome für rund 70 Flüchtlinge hergerichtet werden. Die bereits in den Haushalt eingestellten Mittel dafür belaufen sich auf 200 000 Euro.

Bei anderen Immobilien im Nordkreis ist eine Nutzung noch nicht in Sicht.

Von Steffen Schmidt

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