„Augen offen halten“

Noch Ausbildungsplätze in vielen Branchen im Landkreis Gifhorn unbesetzt

Landkreis Gifhorn. „Momentan liegt das Niveau der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ungefähr auf Vorjahreshöhe“, erklärte Volker Linde, Sprecher für Bildung, Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg.

„Aber es ist auch erst etwa die Hälfte der abzuschließenden Verträge eingegangen, daher ist da noch unglaublich viel Aktivität drin. “ Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte also die Augen offenhalten.

„Viele Ausbildungsplätze werden erst noch besetzt“, erklärt Linde. „Gerade in der Gastronomie verschiebt sich das oft noch nach hinten, die Besetzung der Ausbildungsplätze ist da nicht immer einfach.“ Und gerade die Gastronomie bildete im Landkreis Gifhorn viel aus. An der Spitze stehen aber die Ausbildungsberufe in den Metall- und Elektrobranchen, dicht gefolgt vom Handel. Und auch Banken stellen viele Ausbildungsplätze im Landkreis Gifhorn. „Ein ganz klassisches Bild“, findet Linde.

Von konkreten Zahlen will der Sprecher aber Abstand nehmen. „Die sind momentan recht wenig aussagekräftig: Zum einen gibt es im Landkreis Gifhorn große Arbeitgeber, die mit einem abgegebenen Vertragspaket das Zahlenwerk stark beeinflussen können. Zum anderen gibt es weniger Schulabgänger, sodass die genauen Zahlen nicht genau vergleichbar sind.“ Statt „Wasserstandsmeldungen“ wolle er daher qualitative Aussagen treffen und Strukturen aufzeigen.

So sei auffällig, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der Auszubildenden die Schule mit dem Abitur verlassen haben. Zehn Prozent hätten einen Hauptschulabschluss gemacht, weniger als ein Prozent hätte gar keinen Schulabschluss. Auffällig sei etwa auch, dass gut sechs Prozent der Auszubildenden hinterher ein Studium beginnen. Von Unternehmensseite wird einer abgeschlossenen Ausbildung mehr Vertrauen (80 prozentige Zustimmung) über die Befähigungen eines Bewerbers entgegen gebracht als einem Hochschulstudium (60 Prozent). „Eine Ausbildung ist einfach ein guter Start ins Berufsleben“, fasst Linde zusammen.

Wer also noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte „die Augen offen halten“, denn in vielen unternehmen sind noch nicht alle Ausbildungsplätze vergeben. „Und das ist verschiedensten Branchen und Ausbildungsberufen – ein ganz bunter Strauß ist da noch zu haben“, meint Linde.

Von Dennis Klüting

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