Landkreis Gifhorn investiert Millionen für neue Lehrmittel

Neueste Technik für die BBS II

An den neuen Wänden lernen die Schüler Schaltungen mit originalen Autoteilen. 
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An den neuen Wänden lernen die Schüler Schaltungen mit originalen Autoteilen. 

Gifhorn – „Die Schulen sind dem Landkreis lieb und teuer“, wie Landrat Dr. Andreas Ebel bei der Vorstellung der neuen Lehrmittel an den BBS II Gifhorn sagte.

Für insgesamt 344.900 Euro wurden von 2016 bis 2018 nicht nur neue Fahrzeuge, sondern auch neu Technikwände eingekauft, an denen die Auszubildenden für Kfz- und Landmaschinentechnik lernen können.

Carsten Melchert (2.v.l.) zeigt Stefan Pingel (r.) sowie Benjamin Meyer (l.) und Andreas Ebel die neuen Fahrzeuge.

Und es wird weitergehen. „Von 2015 bis 2022 werden wir insgesamt 2,4 Millionen Euro investieren, auch in den Bereichen Elektrotechnik, Holztechnik, der Müller-Schule und Industrie 4.0“, sagte Ebel. Nötig werde das vor allem durch die schnelle technische Entwicklung. „Wenn wir uns da nicht mit weiterentwickeln, dann schicken die Betriebe ihre Schüler auf andere Schulen“, gab Kfz-Innungs-Obermeister Stefan Pingel zu bedenken. Die BBS II sei bei der Ausstattung auf einem guten Weg. Ein neuer E-Golf, ein Fahrzeug mit Hybrid-Technologie, ein Trecker und Wände mit elektrischen Schaltungen sind nun vorhanden. „Das alles funktioniert nur mit einer guten Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der BBS II und dem Fachbereich Schule“, sagte der Fachbereichsleiter Karsten Kreutzberg.

Ein Trecker mit neuester Technologie, aber ohne Kabine für bessere Einsichten.

Vom großen Automobilbauer aus Wolfsburg gab es nichts geschenkt, aber immerhin etwas Rabatt. Denn nicht alle Fahrzeuge dürfen fahren, einige haben Hagelschaden, aber die Technik zum Lernen ist vorhanden. Ausnahme sind die Hochtechnologien bei den E-Autos, die zuvor ausgebaut wurden. An diesen Modellen werden Kfz-Mechatroniker für Hochvolttechnik ausgebildet. Auch bei der Brennstofftechnologie, für die der modernste Forschungsstandort Europas bei der IAV im Kreis steht, kann die Schule auf modernes Material zurückgreifen. Der neue Trecker ist für die Landmaschinen-Techniker gedacht. „Viele Komponenten sind bei allen Treckerfirmen gleich, daher ist es nicht so wichtig, von welcher Firma das Gerät kommt“, sagte Günter Schröder, Fachgruppenleiter an den BBS II. Nun steht vor den Schülern ein kompletter Trecker mit modernster Technik, statt lediglich eines Modells.

Die Notwendigkeit der Neuanschaffungen bestätigen auch die Lehrkräfte. „Ohne die laufen uns die Schüler weg“, sagte Benjamin Meyer, Fachlehrer für Fahrzeugtechnik. Die Lehrkräfte sind nach Aussage von Schulleiter Carsten Melchert auch die zweite wichtige Stütze neben der Ausstattung. „Da haben wir ein sehr engagiertes Team, das es trotz der Unterrichtsversorgung, die unter 90 Prozent liegt, schafft, die Lehrpläne an die fortschreitende Technik anzugleichen“, lobte er. Nun könne der gesamte Arbeitsablauf in einer Kfz-Werkstatt vollständig nachgebildet werden.

VON BURKHARD OHSE

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