Hafenverbund der Region will mehr Schiffsverkehr auf die Wasserstraße locken

Neuer Schub für den Kanal

+
Der Hafenverbund, in dem mehrere Projektpartner Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenhäfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen (Foto) voranbringen, prüft ein Wasserstraßenleitsystem zur Steuerung der Schiffsverkehre auf dem Eleb-Seitenkanal.

Landkreis Gifhorn/Uelzen. Wer schneller am Ziel sein will, der drückt schon mal auf die Tube – auch die Kapitäne auf dem Elbe-Seitenkanal (ESK).

Wie Frank Michael Braun, Projektmanager der Süderelbe AG, unlängst bei der Vorstellung erster Maßnahmen des Hafenverbunds Elbe-Seitenkanal vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung erläuterte, läuft auf der 115 Kilometer langen Wasserstraße nicht immer alles in geordneten Bahnen.

Der Hafenverbund, in dem mehrere Projektpartner Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenhäfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen voranbringen, prüft ein Wasserstraßenleitsystem zur Steuerung der Schiffsverkehre auf dem ESK. Erste Ideen dazu stellte jetzt Clemens Sommerfeld, Geschäftsführer der Binnenschifffahrtskontor Sommerfeld GmbH, vor. Die bisherige Verkehrsplanung kranke an Intransparenz bei der Rangvergabe an den Schleusen. Es komme vor, dass Schiffsführer mit erhöhter Geschwindigkeit auf die Abstiegsbauwerke zu fahren, „um noch irgendwo ein waghalsiges Überholmanöver zu starten“, aber letztlich doch bei Esterholz warten zu müssen.

Am Schiffshebewerk Scharnebeck und an der Schleuse Uelzen wurde 2014 erstmals die Zehn-Millionen-Tonnen-Marke an transportierter Ladung überschritten. „Wirtschaftlich befindet sich diese Region doch irgendwie noch in einer Art Dornröschenschlaf“, stellte Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Hafenverbunds Elbe-Seitenkanal fest.

Die Eigentümer und Betreiber der Häfen Wittingen, Uelzen und Lüneburg sowie beteiligte Städte und Kreise haben sich im Sommer 2014 zu dieser Gemeinschaft zusammengeschlossen. Ihr Ziele ist es, Dornröschen wachzuküssen. So zumindest umschrieb Markwardt eine der vordringlichsten Aufgaben der kommenden Jahre. Stadt und Kreis Uelzen planen die Erweiterung des Hafenindustriegebiets am Kanal. Langfristig soll auch ein stärkerer Austausch von Personal und Gerätschaften zwischen den Hafenstandorten vorangetrieben werden.

Damit ist es nicht getan: Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Uelzen, hat den Ausbau des Schiffshebewerks Scharnebeck im Blick. Dort habe man derzeit noch eine „Flaschenhalssituation“. Und: „Wir haben beim Schiffshebewerk eine laufende Grundinstandsetzung, die sich noch weiter bis 2018 hinziehen wird.“ Weil die Länge der Tröge nicht erweiterbar sei, soll direkt daneben eine Schleuse entstehen. Die Dringlichkeit der Umsetzung unterstrich Klaus Schneck von Volkswagen und ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter für den Nordkreis Gifhorn. „Wir werden in den nächsten 20 Jahren erleben, dass unser Güterverkehr sich insgesamt massiv erweitert – bis hin zu einer Verdopplung in vielen Bereichen.“

Von Anna Petersen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare