Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn legt ihren Jahresbericht vor

413 neue Klienten beraten

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Die Sucht- und Drogenberatungsstelle in Gifhorn betreut Drogen- und Alkoholabhängige.

Landkreis Gifhorn. Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres zieht jetzt die Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn. In der Beratung bei den verschiedenen Arbeitsschwerpunkten suchten 413 neue und Klienten die Einrichtung auf.

„Die Nachfrage nach Beratung bleibt mit monatlichen Spitzen auf hohem Niveau“, berichtet die Leiterin der Suchthilfe bei der Diakonie Wolfsburg, Kornelia Andreß. Die Sprechstunde in der Außenstelle Wittingen wurden im Jahr 2011 von 61 Klienten besucht. Dort bietet die Sucht- und Drogenberatungsstelle eine wöchentliche Sprechstunde an.

Die ambulante Rehabilitation Abhängigkeitskranker stellt einen Kernbereich ambulanter therapeutischer Arbeit dar. Mit 37 Patienten, die im vorigen Jahr an der ambulanten Rehabilitation teilgenommen haben, liegt diese Zahl unterhalb der Therapien aus dem Jahr 2010. „Der Ausfall von zwei therapeutischen Mitarbeitern im zurückliegenden Jahr erklärt dies“, sagt Andreß. Die Nachfrage nach ambulanter Behandlung einer Suchterkrankung sei ungebrochen.

Die psychosoziale Begleitung und Betreuung von drogenabhängigen Menschen in der Substitution ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Mit 70 Klienten gab es 531 Einzeltermine, „44 von ihnen werden schon mehr als fünf Jahre betreut“, erklärt Andreß.

Das nach ihren Worten unzureichende finanzielle Budget mache eine zahlenmäßige Beschränkung bei den Betreuungen erforderlich, um besonders den qualitativen und zeitlichen Standards gerecht zu werden. „Eine gesicherte Finanzierung und personelle Erweiterung ist nach wie vor dringend geboten. Die Unter- und Überversorgung der drogenabhängigen Frauen und Männer im Landkreis Gifhorn in diesem Bereich zu beheben, bleibt vorrangiges Ziel“, betont die Leiterin.

Das ambulant Betreute Wohnen für Drogenabhängige konnte sich im Jahr 2011 mit bis zu neun Betreuungen stabilisieren und erlebte eine steigende Nachfrage aus dem sozialen Netzwerk der Suchthilfe. 95 Hausbesuche und 72 Außenkontakte belegen die aufsuchende Arbeit. „Mit der guten und zum Teil unbürokratischen Zusammenarbeit mit dem sozialpsychiatrischen Dienst und dem Sozialamt des Landkreises war auch schnelle und individuelle Hilfe für unsere Betreuten möglich“, freut sich Andreß.

In der Suchtprävention gab es wiederkehrende Projekte mit Schulen, etwa das Projekt „HaLT“ (Hart am Limit), „Tom & Lisa“ und Schülermultiplikatorenprojekte. Insgesamt wurden dabei bis zu 250 Schüler erfasst.

Die Beratung der Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld II blieb 2011 konstant mit insgesamt 110 Hilfeempfängern, die die Gifhorner Einrichtung aufgesucht haben. „Es gelingt immer wieder, die Eigenmotivation bei den Hilfeempfängern so weit zu fördern, dass Beratungs- oder Behandlungsmaßnahmen wie zum Beispiel Entwöhnungsbehandlungen eingeleitet werden können“, bilanziert Andreß. Auf dieses Beratungsangebot der Fachstelle könne nicht mehr verzichtet werden. „Es werden Klienten erreicht, die sonst nicht oder nur sehr eingeschränkt in eine Suchthilfeeinrichtung kommen würden“, erklärt sie.

Die Suchthilfe Gifhorn/Wittingen werde von einem umfassenden psychosozialen Netzwerk getragen . Ohne die Arbeitskreise, Suchthilfeverbände, Kosten- und Leistungsträger und Kooperationen mit anderen Trägern wäre eine erfolgreich Arbeit nicht möglich.

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