Birthe Tegtmeier und Pastor Michael Thon stellen Angebot der Gifhorner Diakonie vor

Neue Anlaufstelle für trauernde Kinder

Birthe Tegtmeier und Pastor Michael Thon wollen trauernden Kindern helfen.
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Birthe Tegtmeier und Pastor Michael Thon wollen trauernden Kindern helfen.

ard Landkreis Gifhorn. Schon öfters wurde Birthe Tegtmeier mit dem Tod von Angehörigen der von ihr betreuten Menschen konfrontiert.

Als die Oma ihrer Kinder starb, fasste die Diplom-Sozialpädagogin, die seit zwölf Jahren in der Jugendhilfe der Diakonie Kästorf arbeitet, den Entschluss, dass es für Stadt und den Landkreis „etwas geben“ müsse.

„Das Schlimmste ist die Sprachlosigkeit nach einem Trauerfall oder das Gefühl, das einzige Kind zu sein, das vom Tod eines nahestehenden Menschen betroffen ist.“ Mit ihrer Idee, eine Trauergruppe für Kinder zu gründen, ging Tegtmeier zu Michael Thon, der seit vier Jahren als Pastor und Ausbilder von Seelsorgern in der Diakonie arbeitet. Am kommenden Donnerstag startet nun die erste Trauergruppe in den Räumen des Mehrgenerationenhauses im Georgshof. „Wir beginnen mit einem Kennenlernen am Donnerstag, 16. Januar, um 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus“, sagt Tegtmeier. Es ist ein offenes Angebot für Kinder von fünf bis zwölf Jahren. Danach sind sieben Gruppenstunden jeweils dienstags ab 21. Januar von 16 bis 18 Uhr vorgesehen.

„Kinder trauern anders, brauchen einen anderen Raum als Erwachsene“, erklärt Tegtmeier, die auch eine Ausbildung als Trauerbegleitung absolvierte. Dadurch konnte sie bisher schon viele Kinder begleiten. Das jetzige Angebot mit dem Namen Regenbogen ist als abgeschlossener Block konzipiert. „Wir arbeiten mit einer festen Gruppe und mit festen Themen“, sagt er. Es gebe einen Anfang und ein Ende.

Gefühle erkennen und zulassen, sich der Person erinnern, Vorstellung vom Jenseits, Ängste, Sorgen und Trost sowie Hoffnung sind da die Punkte, die nicht nur mit Gesprächen, sondern auch mit Kreativität erarbeitet werden sollen. „Gerade bei Kindern kann man etwa über Malen oder Basteln viel erreichen“, sagt Tegtmeier. „Grundvoraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Kinder die Gruppe besuchen wollen, und auch die Eltern müssen meinen, dass die Kinder hier richtig aufgehoben sind.“ Eine professionelle Therapie bei traumatisierten Kindern wird durch die Trauergruppe nicht geleistet.

Der Name Regenbogen ist nicht zufällig gewählt. „Der Name soll Freude und Hoffnung zeigen. Und dass nach einem Leid auch wieder bunte Farben ins Leben kommen“, sagt Thon.

Die Teilnahme an dem neuen Angebot ist kostenlos. Anmeldungen unter (05371) 721454 oder (0170) 9672570 sind erwünscht. Für Materialien wurde bereits in Gottesdiensten Geld gesammelt.

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