Kreistag lehnt Gymnasialzweig für Oberschule „zum jetzigen Zeitpunkt“ ab

Nein zu Wittinger Plänen

Walter Schulze

Landkreis Gifhorn. Wenn es nach dem Gifhorner Kreistag geht, soll die für das kommende Schuljahr geplante Oberschule in Wittingen keinen Gymnasialzweig erhalten.

Mit großer Mehrheit lehnte das Gremium jetzt einen Antrag der Stadt Wittingen ab, die diesen Zweig für die Klassen 5 bis 10 an ihrer Oberschule einrichten möchte. Nur Friedrich Lührs (FDP) sprach sich dafür aus, fünf weitere Kreistagsmitglieder enthielten sich der Stimme.

Damit hat sich das Thema Oberschule für Wittingen jedoch nicht grundsätzlich erledigt, erklärt Erster Stadtrat Peter Rothe auf IK-Anfrage. „Nicht der Kreistag, sondern die Landesschulbehörde entscheidet darüber“, sagt er. Zudem habe sich der nicht öffentliche Kreisausschuss bereits am 29. Februar für die Einrichtung einer Oberschule ohne gymnasialen Zweig in Wittingen ausgesprochen.

Auch der Kreistag hält einen Gymnasialzweig zu späterer Zeit nicht für ausgeschlossen, denn er fügte seinem ablehnenden Votum den Zusatz „zum jetzigen Zeitpunkt“ hinzu. „Die Schülerzahlen im Nordkreis geben es nicht her. Außerdem bestünde bei einem gymnasialen Oberschulzweig Gefahr für das Gymnasium Hankensbüttel“, meinte Walter Schulze, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Darüber hinaus schlug er mittelfristig ein berufliches Gymnasium im Nordkreis vor. „Wir wollen dort das Angebot für einen zweiten Bildungsweg schaffen und auf die Oberschule einen beruflichen Zweig aufsetzen“, sagte er.

Das stieß bei Karen Wachendorf (SPD) auf Kritik. Sie begrüßte zwar die Einrichtung einer Oberschule in Wittingen, fügte aber ironisch hinzu: „Die Idee, ein berufliches Gymnasium zu etablieren, finde ich besonders spannend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei den Berufsbildenden Schulen auf Gegenliebe stößt.“

Nach Ansicht ihres Fraktionskollegen Uwe-Peter Lestin könnte ein gymnasiales Angebot bis Klasse zehn den Schülern „eine noch bessere Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe verschaffen“. 2013 werde der Antrag der Stadt Wittingen möglicherweise mehr Erfolg im Kreistag haben, meinte er.

Eine Lanze für einen Gymnasialzweig brach Friedrich Lührs. „Wir wollen damit die Abiturquote im Nordkreis verbessern. Sie liegt am Gymnasium Hankensbüttel nur bei 15 Prozent, das ist die Hälfte des Landesdurchschnitts“, erklärte der Wittinger FDP-Politiker.

Von Bernd Schossadowski

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