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NABU-Artenschutzzentrum Leiferde: Storchenjunges verstorben

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Von: Paul Gerlach

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Im Leiferder NABU-Artenschutzzentrum ist ein Storchenjunges im Nest von Fridolin und Mai verstorben.
Im Leiferder NABU-Artenschutzzentrum ist ein Storchenjunges im Nest von Fridolin und Mai verstorben. © Gerlach, Paul

Leiferde – Im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde ist eines der Storchenjungen im Nest von Fridolin und Mai verstorben. Wie und warum ist laut Leiterin Bärbel Rogoschik unklar.

Im Nest wuchsen seit April zwei kleine Störche heran (das IK berichtete), einer hat es leider offensichtlich nicht geschafft. Am Dienstag, 9. Mai, war auf den Storchen-Webcam-Aufnahmen unter www.nabuzentrum-leiferde.de zu sehen, wie einer der Altstörche versuchte, einen toten Jungstorch zu verzehren – aufgrund der Größe des Kadavers über einen längeren Zeitraum hinweg vergeblich.

Rogoschik bestätigte auf IK-Anfrage, dass ein Jungtier verstorben ist. Zur Ursache könne man aber nichts sagen. Für die Altstörche sei der Kadaver ein Stück Nahrung, das man fresse. Ob dies im konkreten Fall auch geschehen ist und der Kadaver komplett verzehrt wurde, hat Rogoschik nicht genau beobachten können. Das Tier habe es jedenfalls nicht geschafft, den Kadaver in einem Happs zu verschlingen. Entweder sei der Kadaver nach und nach gefressen worden oder aus dem Nest aufs Gebäudedach hinuntergeworfen worden. Bei diesem Verhalten gehe es darum, nicht unnötig Beutegreifer anzulocken und Infektionen im Nest zu vermeiden.

Im Nest wird für die Aufzucht der Jungen Ordnung gehalten und das Nest mehr und mehr ausgepolstert. In der Regel werden bei Störchen vier Eier gelegt, schildert Rogoschik. In der Regel würden davon nur zwei Jungtiere flügge, zwei sterben demnach im Durchschnitt. In Jahren, bei denen etwa Überschwemmungen für ein größeres Nahrungsangebot sorgen, könnte es auch mal ein Junges mehr pro Nest sein als gewöhnlich, berichtet Rogoschik von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Elbe-Region.

Die Jungtiere würden mit einer Größe wie jetzt in Leiferde rund 500 bis 800 Gramm Nahrung pro Tag benötigen, später könnten es 1 bis 1,5 Kilogramm werden. „Das ist echt viel“, sagt Rogoschik. Durch den stark angestiegenen Storchenbestand und die damit verbundene Konkurrenz würden zudem die Nahrungsflüge immer weiter. Die Alttiere haben eine Menge zu tun, um ihre Jungen durchzufüttern. „Sie nehmen also alles mit, was geht“, sagt Rogoschik.

Wenn einige Webcam-Nutzer von den Bildern am Dienstag, 9. Mai, schockiert seien, könne sie das nachvollziehen, sagt Rogoschik. Aber auch so etwas gehört zur Natur mit dazu.

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