„Ramadan säubert die Seele“

Muslime und Christen beim Fastenbrechen in Gifhorn

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Ein reichhaltiges Büfett wartete beim Fastenbrechen.

Gifhorn – „Wir wollten das auch einmal machen. Die Idee kam von der internationalen Frauengruppe, da haben wir ganz spontan entschieden, das Fastenbrechen hier vor allem für Frauen und Mädchen anzubieten“, sagte Grille-Leiterin Marion Friemel und meinte das Fastenbrechen im Monat Ramadan.

Denn, wie die Gäste am Montagabend im Freizeit- und Bildungszentrum in Gifhorn erfuhren, der Monat Ramadan ist nicht nur zum Fasten für die Heilung von Körper und Seele da, sondern auch eine Gelegenheit, um beim allabendlichen Fastenbrechen Freunde zu treffen oder Freundschaften zu vertiefen. „Das wird aber inzwischen wenn, dann nur am Wochenende gemacht“, wusste Friemel.

Eröffnung, wie einst Prophet Mohammed

Am Montagabend aber saßen viele gläubige muslimische Frauen, solche die derzeit fasten und andere, die das nicht tun, aber auch christliche Gifhorner Frauen aus vielen Ländern beisammen, um ab 21.33 Uhr, als die Sonne unterging, das Fasten zu brechen, sprich, ganz fein zu essen. Zunächst durften die wirklich fastenden Muslima an das Büfett. Serap Bulut hatte dazu ein breites Spektrum von dem aufgefahren, was die orientalische Küche zu bieten hat. Hühnersuppe, Bohneneintopf nach türkischer Art, Putenfleisch mit Gemüse, orientalisches Knäckebrot, dazu Melonen und Süßspeisen. „Eröffnet wird das Essen, wie einst der Prophet Mohammed zelebrierte, mit einer Dattel oder einer Olive“, wie Mehtap Aydinoglu von der Jugendförderung des Landkreises wusste. Von der Bühne gab es die passende folkloristische Musik von Erkan Rast und Sherif und dazu eine schöne Bemerkung. „Ich komme weit herum, aber ich habe noch nie eine so tolerante Stadt wie Gifhorn gesehen“, lobte Rast. Rabia Polat, die Jugendsprecherin der Gifhorner Ditib-Gemeinde, hatte vor dem Fastenbrechen einen Vortrag über den Fastenmonat Ramadan, der dieses Jahr noch bis zum 6. Juni geht, gehalten.

Geistige Heilung durch das Fasten

„Der Ramadan säubert die Seele“, sagte sie. „Essen bedeutet für den Körper Arbeit, Nahrungsverzicht ist Ruhepause“, erklärte sie.

In der letzten der fünf Detoxifierungsstufen ab dem 20. Tag des Fastens beginnt die geistige Heilung. Nach Schwächeanzeichen an den ersten beiden Tagen startet ab dem dritten Tag des Fastenmonats der Heilungsprozess. Jeden Tag verschiebt sich der Sonnenuntergang, ab dem gegessen werden darf, um zwei Minuten nach hinten. Erlaubt ist auch kein Glas Wasser, solange die Sonne scheint.

VON BURKHARD OHSE

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