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Mühlenmuseum Gifhorn: Erstmals an Pfingsten wieder offen

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Von: Burkhard Ohse

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Gespräch zur anstehenden Wiedereröffnung des Mühlenmuseums in Gifhorn.
Matthias Nerlich (v. l.), Kerstin Meyer, Serina Hoffmann und Geschäftsführer Philipp Oppermann freuen sich auf die Eröffnung des Mühlenmuseums. © Ohse, Burkhard

Gifhorn – Mit Hochdruck arbeitet die Stadt Gifhorn an der Wiedereröffnung des Mühlenmuseums. Zu Pfingsten soll es zum ersten Mal für die Öffentlichkeit wieder geöffnet werden. „Alle fiebern darauf hin“, sagte Bürgermeister Matthias Nerlich. Die Stadt hatte das Mühlenmuseum samt Glockenpalast und der russisch-orthodoxen Kirche Ende 2021 vom bisherigen Eigentümer Horst Wrobel erworben (das IK berichtete). Die Grundstücke gehörten ohnehin größtenteils der Stadt Gifhorn und dem Landkreis.

In den vergangenen Wochen ist laut Nerlich „viel hinter den Kulissen passiert“. Das Gelände wurde umstrukturiert, Sichtachsen freigeschnitten. Die Bühne soll eine dauerhafte Überdachung erhalten, der bisher eher lieblose Spielplatz aufgepeppt werden. Ab 2023 soll das Mühlenmuseum dann dauerhaft geöffnet werden. Bis dahin will man die Türen zu bestimmten Veranstaltungen öffnen. „Pfingsten ist der Eintritt frei“, erklärte Serina Hoffmann, Fachbereichsleiterin Kultur bei der Stadt. Geöffnet werde von Samstag bis Montag, wenn es das traditionelle Mühlenfest gibt. Da seien dann frisch zubereitete Brot- und Backwaren erhältlich. Ebenso stehen mehrere Grillstände – auch für Vegetarier und Veganer – zur Verfügung. Außerdem gibt es Eis und Köstlichkeiten regionaler Anbieter, Vorführungen in der Tiroler Wassermühle und Führungen. Samstag und Sonntag sind zwei Tage mit Familienprogramm mit Musik, Tanzgruppen und Chören geplant. Neu wird ein gastronomisches Angebot an der griechischen Mühle sein. „Da gibt es dann Getränke oder Eis, das man mit Blick auf das Wasser genießen kann“, sagte Hoffmann. Insgesamt soll das Mühlenfest ein kulturelles Programm für die ganze Familie bieten.

„Das Museum wird immer moderner“, sagte auch Erste Stadträtin Kerstin Meyer. Angefangen mit der Umgestaltung hat man im Januar, als der Vertrag in trockenen Tüchern war. Zunächst wurde alles überprüft, von der Elektrik über Küche, Heizung, Wasser, Abwasser, Fluchtwege und Zustand der Immobilien. Vieles musste instand gesetzt werden: Handläufe wurden angebracht und die Sicherheit verstärkt, damit Veranstaltungen stattfinden dürfen. Noch darf nicht alles betreten werden. Zudem wurde die nicht heimische Flora entfernt und Zäune erneuert. Installiert werden soll eine Brücke zur Innenstadt.

Wie weiter mit dem Mühlenmuseum verfahren wird, soll in einer Konzeptstudie in diesem Jahr eruiert werden. Die soll mit öffentlicher Beteiligung erstellt werden, so Nerlich. Sicher sei, dass eine pädagogische Erlebbarkeit hergestellt werden soll, damit vor allem Kinder und Schüler den Weg vom Acker bis zur Mühle nachvollziehen können. Auf längere Sicht soll das Museum von einem Betreiber übernommen werden, allerdings nach Vorgaben der Stadt Gifhorn. Ein städtischer Beirat soll die Aufsicht übernehmen. Einen Kandidaten für den Betrieb gibt es bereits. Das Mühlenmuseum, das größte Museum in Niedersachsen, soll aber im Eigentum der Stadt bleiben – als für Stadt und Landkreis identitätsstiftend und mit regionalen Bezügen. Mit zuletzt 50 000 Besuchern sei man immer noch „ganz vorne“, so Meyer.

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