Tatverdächtige leiteten 25 Jahre Wohngruppe in Gifhorn

Missbrauch und Misshandlung Schutzbefohlener: Ehepaar aus Gifhorn in Haft

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In einer Gifhorner Wohngruppe sollen von 1998 bis 2007 mindestens vier weibliche Bewohnerinnen, überwiegend im Kindesalter, missbraucht worden sein.

Gifhorn – Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs und der Misshandlung Schutzbefohlener ist am Donnerstag gegen ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn Haftbefehl erlassen worden.

Wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim mitteilt, hatte das Paar etwa 25 Jahre lang eine Wohngruppe für hilfsbedürftige Menschen betreut. Zwischen 1998 und 2007 sollen insgesamt vier weibliche Mitglieder der Wohngruppe in Gifhorn zeitweise sexuell missbraucht und misshandelt worden sein.

Als Haupttäter gilt der beschuldigte Ehemann. Gegen ihn bestehe der dringende Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen sowie der Verdacht der Misshandlung von Schutzbefohlenen in fünf Fällen. Der Ehefrau werde zur Last gelegt, sich in einem Fall an den Misshandlungen beteiligt zu haben und in vier Fällen gegen Misshandlungen durch den Mann entgegen ihrer gesetzlichen Pflicht nichts unternommen zu haben.

Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Gifhorn hatten laut Staatsanwaltschaft im Januar 2019 begonnen, nachdem eine ehemalige Bewohnerin der Wohngruppe Strafanzeige erstattet hatte. Die Wohngruppe wurde daraufhin aufgelöst. Bei Durchsuchungen seien Beweismittel, darunter Datenträger mit einem Gesamtvolumen von über 90 Terabyte, sichergestellt worden, die den Tatverdacht untermauern. Die Auswertung durch eine 14-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Gifhorn werde Monate dauern. Unterstützung werde es durch 16 Beamte der Polizeidirektion Braunschweig geben.

Die Arbeit der Ermittlungsgruppe konzentriert sich auch darauf, alle früheren Bewohner der Wohngruppe ausfindig zu machen und als Zeugen zu vernehmen. Weitere Straftaten werden nicht ausgeschlossen.  pm

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