Ministerbesuch bei Rheinmetall in Unterlüß: Zahl der Arbeitsplätze mit steigender Tendenz

Rüstung – und Mobilität der Zukunft

Der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger (l.) mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies. Dahinter der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks.
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Der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger (l.) mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies. Dahinter der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks.

Unterlüß. Gute Aussichten für Rheinmetall in Unterlüß präsentierte Vorstandschef Armin Papperger gestern dem niedersächsischen Wirtschaftminister Olaf Lies bei dessen Besuch im „Herzstück“ des weltweit an 81 Produktionsstätten arbeitenden Konzerns in der Südheide.

Lies wollte sich in Unterlüß ein umfassendes Bild von dem Rüstungsunternehmen machen, das nach dem aktuellen Ranking des Stockholmer Friedensinstituts auf Platz 30 als erstes deutsches zu den weltweit größten Waffenherstellern gehört.

Der Standort Unterlüß wird derzeit mit einem Millionenaufwand ausgebaut – unter anderem soll hier auch der Schützenpanzer Puma der Bundeswehr vom Band rollen. Weitere Investitionen sind, abhängig von Aufträgen aus dem mittleren Osten, geplant für den Ausbau eines einzigartiges Ausbildungs- und Kompetenzzentrums für bis zu 4000 Schulungsteilnehmer.

Doch nur 50 Prozent des Gesamtumsatzes holt das Unternehmen mit Rüstungsaufträgen herein. Beeindruckt war Minister Lies – selbst von Haus aus Ingenieur – von der Entwicklung bei der Produktion von umweltgerechter Mobilität. „Leichte Motoren, Abgasrückführung und Elektroantrieb“, führte Papperger an. Auch VW sei Partner und Rheinmetall-Kunde. Downsizing, Leichtbau und Begrenzung des CO2-Ausstoßes gehörten zu den Zielen. Papperger geht davon aus, dass der Verbrennungsmotor noch gut 20 bis 30 Jahre im Mittelpunkt der Automobilproduktion steht, doch in Metropolen wie Hongkong, die unter Abgasen leiden, könne sich die Elektromobilität schneller entwickeln.

„In China können wir die Werke gar nicht so schnell bauen, wie sie benötigt werden“, freut sich Papperger über die Entwicklung des Gesamtkonzerns, bevor er sich mit dem Minister auf den Weg über das Unterlüßer Betriebsgelände machte. Papperger erläuterte die Vorteile des europaweit einzigartigen Schieß- und Erprobungsgeländes, das Laser-Schneide-Zentrum, die Entwicklungs- und Produktionsanlagen für Waffen und Munition, die Fertigungs- und Instandsetzungsanlagen für gepanzerte Fahrzeuge sowie auch die Produktionsanlagen für gepanzerte Lkw-Kabinen.

Mit zwei Gesellschaften – der Rheinmetall Waffe Munition (RWM) und der Rheinmetall Landsysteme (RLS) – beschäftigt Rheinmetall am Standort Unterlüß direkt und indirekt rund 1600 Menschen, mit steigender Tendenz. Zu den Mitarbeitern gehören auch viele aus dem Isenhagener Land. Mit seinen Zahlen ist Unterlüß der größte Standort der Defence-Sparte von Rheinmetall in Deutschland. „Das kann man nur begreifen, wenn man es selbst gesehen hat“, erklärte Lies zum Schluss seines Besuches.

Von Angelika Jansen

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