Land will bis zu 10 000 neue Plätze schaffen / Geteiltes Echo im Nordkreis Gifhorn

40 Millionen für die Krippen

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Das Land Niedersachsen will ein neues Programm zur Schaffung zusätzlicher Plätze in Krippen und der Tagespflege starten.

Landkreis Gifhorn. Das Land Niedersachsen will bis 2013 weitere 40 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung zur Verfügung stellen.

Damit sollen bis zu 10 000 zusätzliche Plätze für unter dreijährige Kinder in Krippen und in der Tagespflege geschaffen werden, teilt jetzt die CDU-Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp mit. 2012 will das Land jeden genehmigten neuen Krippenplatz mit 7000 Euro und jeden Tagespflegeplatz mit 2100 Euro fördern. Im Jahr darauf sollen 5250 Euro pro Krippen- und 1575 Euro je Tagespflegeplatz gewährt werden, erklärt Klopp.

Mit diesem Landesprogramm helfe Niedersachsen den Kommunen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, sagt sie. Zudem werde dadurch die frühkindliche Bildung verbessert. „Das ist eine große Chance für den Landkreis Gifhorn“, betont Ingrid Klopp gegenüber dem IK.

In den Rathäusern im Isenhagener Land stößt die Ankündigung indes auf ein geteiltes Echo. „Wir wollen einen Antrag auf Einrichtung einer weiteren Krippengruppe auf den Weg bringen“, sagt Andreas Taebel, Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel. Zwei Krippengruppen mit insgesamt 27 Kindern gibt es im Luftkurort bereits. Doch selbst wenn eine dritte Gruppe genehmigt würde, wäre das „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Taebel. „Die gesetzliche Betreuungsquote von 35 Prozent lässt sich damit nicht erreichen. Die Kommunen müssen daher im Zweifelsfall selbst Geld für Krippenplätze in die Hand nehmen.“

Auf Zuschüsse hofft auch Wesendorfs Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn. „Wir warten ab, bis die Richtlinie zu dem Programm in Kraft tritt. Dann werden wir einen Antrag stellen und hoffen, dass wir in die Förderung reinkommen“, sagt er. Bis zu zwei zusätzliche Krippengruppen sollen geschaffen werden, als Standort ist Wahrenholz auserkoren.

Dagegen hat die Stadt Wittingen derzeit nicht vor, Landesmittel für den Krippenausbau zu beantragen. „Zurzeit gibt es 30 Plätze in Wittingen und 15 in Knesebeck. Davon sind noch einige frei“, erläutert Stadtbürgermeister Karl Ridder.

Verhalten reagiert Holger Schulz, Verwaltungsvorstand für Innere Dienste bei der Samtgemeinde Brome, auf die Landespläne. „Es gibt rechtlich noch gar keine Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, weil die Förderrichtlinie bislang nicht in Kraft getreten ist“, sagt er. Zudem habe der Kreis Gifhorn die so genannten RIK-Mittel für Investitionen in die Kinderbetreuung noch nicht vollständig ausgegeben. Bevor das nicht passiert sei, könnten keine Gelder aus dem neuen Landestopf beantragt werden, erklärt Schulz.

Von Bernd Schossadowski

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