Der sechste Kandidat

Metin Uçar will am kommenden Sonntag Landrat in Gifhorn werden

Metin Uçar tritt am Sonntag bei der Wahl des Gifhorner Landrats an.
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Metin Uçar tritt am Sonntag bei der Wahl des Gifhorner Landrats an.
  • VonBurkhard Ohse
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Gifhorn – Ende Juli, kurz vor Meldeschluss, gab Metin Uçar überraschend seine Kandidatur als Parteiloser für den Posten des Landrats bekannt. Die nötigen Unterstützerunterschriften hatte er bereits gesammelt. Die Zahl der Bewerber erhöhte sich damit auf sechs.

Geboren wurde Uçar in Istanbul, kurz nach seiner Geburt zogen seine Eltern nach Gifhorn. „Ich bin also ein Altgifhorner“, lächelt Uçar, der verheiratet ist und zwei Kinder hat. Seine Motivation für die Kandidatur als Landrat ist es, eine „bessere Politik für die Bürger zu machen“. Dazu gehören für den 53-Jährigen unter anderem bezahlbarer Wohnraum und der soziale Wohnungsbau. Bis genügend Wohnraum geschaffen ist, spricht er sich für eine Verdoppelung des Wohngelds aus.

Zudem ist er für den Ausbau der Digitalisierung, damit für die Haushalte und die Unternehmen schnellere Abläufe beim Homeschooling und Homeoffice möglich werden. Gerade auch wirtschaftlich schwache Haushalte müssten unterstützt werden, damit sie den Anschluss nicht verlieren, sagt er. Bewerben und ausbauen würde Uçar das Mühlenmuseum und den Tankumsee als touristische Höhepunkte.

Vor allem der soziale Bereich liegt dem Gifhorner aber am Herzen. Uçar verweist auf seine Erfahrungen, die er machte, als er sich um seine behinderte Tochter gekümmert hatte. Die Hilfen seien nicht auskömmlich genug, da sei erheblich mehr wünschenswert, sagt er, bei der Beratung wie auch bei der Hilfe auf Kreisebene.

Auch für mehr soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Maßnahmen gegen Armut tritt Uçar an. Hilfsangebote für wirtschaftlich schwächere und Menschen mit Behinderung seien zu stärken.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Uçar in der Gewinnung von Fachkräften bei Pflegepersonal und Ärzten für die künftige Versorgung im Landkreis. Die könnten auch aus dem Ausland sein. Eine feste Meinung hat Uçar beim Thema Integration. „Viele der Neubürger befinden sich in einer Parallelwelt. Viele Migranten sind nicht integriert, weil die Politik im Landkreis falsch, die Integration zu oberflächlich ist“, sagt er und fordert, vor allem die Schulen und die Vereine mehr als bisher schon in die Integrationsarbeit einzubinden. Beim Thema Asyl fordert Uçar generell eine Prüfung. Wenn jemand nach Deutschland komme, müsse man prüfen, ob er asylberechtigt sei.

Auf jeden Fall, so der „Deutsche türkischer Abstammung“, wie Uçar sich selber bezeichnet, werde sich durch seine Wahl „in vielen Punkten alles ändern“. Eine kleine Parallele zieht er da zu Obama als erstem schwarzen Präsidenten der USA. Als erste Amtshandlungen würde Uçar aber den sozialen Wohnungsbau fördern, Glasfaserausbau im gesamten Landkreis voranbringen und eine neue Konzeption für die Versorgung von Senioren und Menschen mit Behinderung im Landkreis angehen.

In eigener Sache

Das IK sieht es als seine Pflicht an, einen umfassenden Überblick über die Kandidaten für das Amt des Gifhorner Landrates zu geben, zu fünf Bewerbern haben wir kürzlich Interviews abgedruckt. Mit Metin Uçar kam leider kein Interview-Termin zustande. Die Informationen über seine politischen Ziele sind seinen Ausführungen bei einer Diskussionsveranstaltung in Gifhorn entnommen.

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