Tatverdächtiger in Ungarn festgenommen

Messerstecherei in Gifhorn: Angehörige des Opfers wegen Selbstjustiz in Untersuchungshaft

+
Gegen sechs Verdächtige erließ ein Haftrichter Haftbefehl.

mdk Gifhorn/Ungarn. Gewalt trifft auf Gewalt: Einem 25-Jährigen wird vorgeworfen, am Sonnabend, 18. März, einen 27-Jährigen an der Herzog-Franz-Straße in Gifhorn niedergestochen zu haben. Wie die Polizei mitteilt, sitzt der dringend tatverdächte Mann bereits seit Donnerstag in Gewahrsam. Der Beschuldigte konnte in Ungarn festgenommen werden und befindet sich in Auslieferungshaft.

Im Zusammenhang mit der Messerstecherei soll laut der Staatsanwaltschaft ein Fall von Selbstjustiz stehen. Am Mittwoch, 22. März, sollen sechs zwischen 17- und 31-jährige Angehörige des verletzten 27-jährigen den 36-jährigen Bruder des Tatverdächtigen in eine Falle gelockt und über einen Zeitraum von mehreren Stunden körperlich misshandelt haben. Damit wollten sie laut Staatsanwaltschaft den Aufenthaltsort des tatverdächtigen Bruders erfahren.

Bei der Misshandlung sollen Schlagwerkzeuge, Messer und eine Waffe zum Einsatz gekommen sein. Nach etwa drei Stunden erfolgloser Folter sollen die Beschuldigten aufgegeben haben. Der 36-Jährige will sich anschließend dem Geschehen durch eine List entzogen haben.

Eine Durchsuchung am vergangenen Freitag bei den dringend tatverdächtigen sechs Beschuldigten führte unter anderem zum Auffinden von mutmaßlichen Tatmitteln. Die Verdächtigen wurden festgenommen. Der Haftrichter erließ Haftbefehl gegen alle sechs Beschuldigten.

In sozialen Netzwerken war zunächst eine Meldung verbreitet worden, wonach das Opfer der Tat ein Mädchen gewesen sein soll, dass von mehreren Flüchtlingen erstochen worden sein soll. Diese Geschichte sei frei erfunden, erklärte die Polizei noch am Wochenende.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare