Helfer in Not und junge Idole

Mensch 2019: von Parpart und SG VfL-Trainees kandidieren

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Jugend forscht: Die Trainees sind ein echter Gewinn für die Handballer der SG VfL Wittingen/Stöcken und engagieren sich über die Maßen in der Nachwuchsarbeit. 

Isenhagener Land – Das Isenhagener Kreisblatt sucht die Helden des Alltags für den Titel „Mensch 2019“ sowie die „Sportler des Jahres“. Die Gewinner werden Ende November bei einer großen Gala in der Wittinger Stadthalle gekürt.

Für alle drei Kategorien – Ehrenamt, Einzelsportler, Mannschaft – stehen nun die Kandidaten aus dem Nordkreis fest.

Lange Autofahrten sind für ihn kein größeres Problem: Horst von Parpart aus Alt-Isenhagen unternimmt seit 1975 Fahrten nach Osteuropa, bei denen materielle Hilfe für Bedürftige wie Inkontinenzmaterial, Verbandsmaterial, Rollstühle, Rollatoren, Krücken, Unterarmstützen, Betten, Brillengestelle oder auch Arzneimittel bereitgestellt wird. Der Rechtsritter des Johanniterordens fährt seit 2009 die Transporte im Auftrag des Ordens – acht bis elf Mal im Jahr fällt eine Tour von gut 2000 Kilometern an. Von Parpart sammelt in ganz Europa Material, was er sortiert, um es nach Osteuropa zu transportieren. Der 75-Jährige hilft auch lokalen Institutionen. So werden Obdachlose im polnischen Malbork unterstützt oder Ferienaktionen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien auf die Beine gestellt.

Horst von Parpart aus Alt-Isenhagen (Mitte) – hier mit dem Stadtratsvorsitzenden Paul Dziwosz (l.) und Bürgermeister Mark Charzewski in Malbork – unternimmt seit 1975 Fahrten mit einem Transporter nach Osteuropa, bei denen Bedürftige mit materieller Hilfe versorgt werden. Seit 2009 ist er für den Johanniterorden unterwegs.

Derweil sind die Trainees der SG VfL Wittingen/Stöcken ein Paradebeispiel dafür, dass die Jugend von heute nicht nur die Nase in Smartphones steckt und egoistisch unterwegs ist. Die acht Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren engagieren sich in ihrer knappen Freizeit als Nachwuchstrainer für die jüngeren Handball-Jahrgänge – und sind zum großen Teil selbst noch in Mannschaften aktiv. On top zu ihren eigenen Einheiten und Punktspielen investieren sie ein- bis zweimal wöchentlich Zeit für die Förderung der nächsten Generation, bereiten selbst Trainingsstunden vor und begleiten die Kinder mit zu Auswärtspartien oder etwa dem Beachhandballturnier in Cuxhaven. Drei Trainees haben gerade ihr Abitur absolviert und dennoch an diesem Ehrenamt festgehalten. Dieser enorme Einsatz neben der Schule und den eigenen Hobbys, Freunden und Familie sei „für alle ein großer Gewinn“, betont Katharina Skerhutt in ihrer Begründung für den Vorschlag. Weiterer positiver Effekt: Die jungen Coaches kommen bei den Kindern noch besser an – das steigert den Trainingseifer. Ins Leben gerufen wurde das Programm ursprünglich von Volker Schneemelcher und hat sich längst bewährt.

Für den Preis „Mensch 2019“ konnten Einzelpersonen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen, ebenso vorgeschlagen werden wie Gruppen, die sich ehrenamtlich engagieren. Die Gala lenkt den Blick auf die Vielfältigkeit des ehrenamtlichen Einsatzes in der Region – und versteht sich als großes Dankeschön an alle stillen Helfer.

Die Kandidaten müssen ihren Wohnsitz in der Stadt Wittingen oder den Samtgemeinden Hankensbüttel, Brome oder Wesendorf haben. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Eine kompetente Jury trifft jetzt aus allen Vorschlägen eine Vorauswahl – und am Ende haben die IK- und WA-Leser die Wahl. In der Voting-Phase vom 17. August bis 11. Oktober bestimmen sie den „Mensch 2019“. Ganz genauso funktioniert es bei der Wahl der „Sportler des Jahres“.

pg/ib

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