Drastischere Maßnahmen bei "Aufmerksamkeitsdelikten"

Mehr Unfälle: Polizei fordert höhere Strafen

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Gegen fehlende Aufmerksamkeit am Steuer – etwa durch das Tippen am Smartphone – will die Gifhorner Polizei vorgehen.
  • VonMatthias Jansen
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Landkreis Gifhorn. Es war ein tiefschwarzer Dienstag. Vier Menschen in den Landkreisen Gifhorn und Celle verloren als Folge eines Verkehrsunfalls ihr Leben.

Alle waren mit ihren Fahrzeugen plötzlich von ihrer Spur abgekommen, gegen Bäume geprallt oder aber in den Gegenverkehr geraten. „Das ist schlimm und besorgniserregend“, sagt Thomas Reuter, Polizeisprecher in Gifhorn. Er stellt momentan „eine gefühlte Häufung“ fest.

Wohl nur einem glücklichen Zufall war es vorgestern zu verdanken, dass andere Unfallbeteiligte mit einer leichtverletzten Ausnahme unbeschadet blieben. Die Angst, mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zu kollidieren, fährt momentan mehr denn je mit. Denn: „Verhindern können wir diese Unfälle nicht. Weder durch Kontrollen noch durch bauliche Maßnahmen“, sagt Reuter. Den Gesetzeshütern sind bei der vermuteten Unfallursache Unaufmerksamkeit die Hände gebunden.

„Die Aufmerksamkeit ist unerlässlich, das A und O“, so Reuter. Er beschwört alle Verkehrsteilnehmer sich nicht auf die gesteigerte Sicherheit durch das Fahrzeug zu verlassen. „Auch das hat physikalische Grenzen.“

Aus Sicht von Reuter ist jetzt der „Gesetzgeber gefordert, drastischere Maßnahmen zu beschließen.“ Die Polizei in Gifhorn spricht sich für einen verpflichtenden Gesundheits-Check für Autofahrer und deutlich erhöhte Strafen aus. „Die bisherigen Bußgeldandrohungen tun nicht weh. Es geht nur über das Portemonnaie. An dieser Stellschraube muss gedreht werden“, meint der Gifhorner Polizeisprecher. In den nächsten Wochen werden die Ordnungshüter aus der Kreisstadt verstärkt Kontrollen gegen „Aufmerksamkeitsdelikte“ durchführen. In diesem Bereich sei die Dunkelziffer hoch, so Reuter.

Von Matthias Jansen

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