Nach erfolgreichem Testlauf: Landkreis will 2013 zwei Warntafeln installieren

Mehr Schutz vor Wildunfällen

Von den elektronischen Wildwarnanlagen verspricht sich der Landkreis einiges. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn. Etwa 3600 Verkehrsunfälle haben sich seit Jahresbeginn im Kreis Gifhorn ereignet, 1080 davon waren Wildunfälle. Diese Zahlen stellte Kreisrätin Evelin Wißmann gestern im Verkehrsausschuss des Landkreises vor.

Um die Gefahren durch Wildwechsel zu verringern, will die Kreisverwaltung zu einem Mittel greifen, das sich im Herbst 2011 in einer Testphase bereits als erfolgreich erwiesen hat: An zwei Standorten im Landkreis sollen im kommenden Jahr elektronische Wildwarnanlagen an Straßen installiert werden, kündigte Wißmann an.

Wo genau die LED-Infotafeln aufgestellt werden, konnte die Kreisrätin allerdings noch nicht sagen. „Das muss mit der Landesjägerschaft abgestimmt werden“, sagte sie auf IK-Anfrage. „Sehr erfreulich“ sei das Pilotprojekt im Oktober und November 2011 verlaufen. Damals hatte die Wildunfallkommission an zwei besonders wildreichen Strecken im Kreisgebiet – an der B 248 zwischen Ehra und Voitze sowie an der K 29 zwischen Transvaal und Knesebeck – jeweils eine große leuchtende Warntafel installiert (das IK berichtete). „Die Messungen haben ergeben, dass die Geschwindigkeit der Fahrzeuge dort um 20 Prozent reduziert war“, berichtete Wißmann.

Positiv war auch der Einfluss auf die Unfallzahlen. Während die Anlage an der B 248 in Betrieb war, sei dort kein einziger Wildunfall passiert, hatte Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn, vor einigen Monaten mitgeteilt.

Allerdings seien die beiden LED-Tafeln recht teuer gewesen, gab Wißmann zu bedenken. Die Miete für zwei Monate habe insgesamt 6000 Euro betragen. Inzwischen sei eine andere Firma auf dem Markt, die etwas kleinere, aber preisgünstigere Schilder produziere. Hier würde die komplette Anschaffung 3000 Euro pro Stück kosten. „Die Firma hat uns das Modell kostenlos zur Erprobung angeboten. Wir wollen das im nächsten Frühjahr mal austesten“, sagte Wißmann. Sollte das erfolgreich sein, könnte der Kreis die Schilder erwerben.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h während der Nacht schlug Ausschussmitglied Rüdiger Elgner (CDU) für wildreiche Strecken vor. „Das könnte versuchsweise auf der K 29 bei Transvaal oder auf der L 282 zwischen dem Großen Kain und Steinhorst gemacht werden“, meinte Elgner. „Dort gibt es jede zweite oder dritte Nacht einen Wildunfall.“

Von Bernd Schossadowski

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