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Mehr medizinische Qualität in Kreis-Kliniken?

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Kliniken "am Tropf"
Auf die Helios Kliniken in Gifhorn und Wittingen kommen Veränderungen zu: Wenn die angedachten Reformpläne zur Krankenhaus-Finanzierung umgesetzt werden, dann könnten die Fallpauschalen sinken. © Arne Dedert

Landkreis Gifhorn – Eine Kommission um Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plant momentan eine Reform der Krankenhaus-Finanzierung. Mit den angedachten Neuerungen soll die ökonomische Bedeutung von Fallpauschalen geringer werden. Vorhaltekosten, also laufende Kosten für etwa Personal und Medizintechnik, rücken demnach mehr in den Fokus. Das IK hat bei den Helios-Kliniken in Gifhorn und Wittingen nachgefragt, womit demnächst in den hiesigen Krankenhäusern zu rechnen ist.

Ambulante Versorgung mehr im Augenmerk

Lisa Iffland, Sprecherin für die zwei hiesigen Kliniken, verweist dabei auf die Konzernzentrale, die sich als Befürworter der Reformpläne positioniert. So heißt es von dort, es sei zu begrüßen, dass der Fokus auf mehr ambulante Versorgung gelegt wird – und hierfür „künftig insbesondere Qualität ein entscheidendes Kriterium“ sein solle. Helios setze seit mehr als 20 Jahren auf ein medizinisches Qualitätsmanagementsystem, mit dessen Hilfe nicht nur Strukturen und Prozesse beschrieben werden. Es gehe vielmehr auch um eine Verbesserung des Behandlungsergebnisses für die Patienten der Krankenhäuser.

Was es konkret braucht, um eine hohe Qualität in der ambulanten Versorgung sicherzustellen, dazu äußert sich die Konzernzentrale nur schlaglichtartig. Der Leitsatz dabei: „Wirtschaftlichkeit heißt Investitionskraft“. So investiere Helios „kontinuierlich und viel in seine modernen Krankenhäuser, neueste Medizintechnik, innovative Behandlungsmethoden sowie die Weiterentwicklung seiner Belegschaft.“

Zudem sehe sich das Unternehmen von den Vorschlägen der Expertenkommission bestätigt, die im eigenen Haus angestoßenen Initiativen zur Cluster-Bildung durchzuführen. Dies bedeute, in Kompetenzzentren die Expertise aus verschiedenen Fachgebieten zu bündeln, „um so die besten Behandlungserfolge zu erzielen.“

Helios ist überzeugt: Fallpauschalen bleiben

Und ein weiterer Leitsatz fällt auf: So korreliere Wirtschaftlichkeit auch mit Nachhaltigkeit. Was laut Helios bedeutet, dass „medizinische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Ökologie untrennbar zusammengehören“.

Was die von der Regierungskommission vorgestellten Veränderungen in der Finanzierung anbelangt, so bedeute dies aus Sicht von Helios nicht, dass es zu einer Abschaffung oder Überwindung der Fallpauschalen (also die mit einer bestimmten Verweildauer und Erkrankung des Patienten in Verbindung stehende Vergütungen) kommt. Vielmehr diene der Reformplan dazu, die diagnosebezogenen Fallgruppen um eine leistungsunabhängige Vorhaltefinanzierung zu ergänzen.

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