E-Autos bleiben Randerscheinung

Zulassungszahlen steigen: Mehr Pkw im Gifhorner Kreisgebiet

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Die Bewohner des Landkreises Gifhorn setzen auf Individualverkehr – und E-Autos sind offenbar für viele nicht attraktiv oder erschwinglich.

Landkreis Gifhorn – Klimaschützer fordern den vermehrten Umstieg auf Bus und Bahn, doch im ländlich strukturierten Landkreis Gifhorn mit seinem ausbaufähigen ÖPNV bleibt das offensichtlich (vorerst) eine Utopie.

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge hat sich im abgelaufenen Jahr erhöht. Die Zahl der Pkw ist dabei um rund 1700 gewachsen – der Individualverkehr spielt also eine immer größere statt einer kleiner werdenden Rolle.

Waren Ende 2018 kreisweit insgesamt 155 264 Fahrzeuge angemeldet, so ist die Zahl bis Ende 2019 auf 158 209 angestiegen, wie die Kreisverwaltung auf IK-Anfrage informiert. Die Zahl der Pkw darunter ist von 106 632 auf 108 339 geklettert.

Das Plus von 1707 Pkw dürfte kaum einem entsprechend hohen Einwohnerzuwachs geschuldet sein. Der Landkreis Gifhorn wächst zwar, doch im gesamten ersten Quartal „nur“ um 292 Einwohner. Ende 2018 hatten 175 920 Menschen ihren Wohnsitz im Kreisgebiet, in den zwölf Monaten zuvor hatte es einen Zuwachs um 841 Personen gegeben. Die Zukunftsprojektion des Landkreises geht von einem Ansteigen auf etwas mehr als 176 000 Einwohner aus, bevor die Zahl in den nächsten zwei Jahren wieder zu sinken beginnt.

Während der große Arbeitgeber der Region, VW, inzwischen zur Elektro-Offensive geblasen hat, sind die Gifhorner Kreisbewohner noch weitgehend konventionell motorisiert. Waren Ende 2018 insgesamt 180 E-Fahrzeuge zugelassen, so stieg die Zahl bis Ende 2019 auf 251. Das ist zwar ein Plus von rund 40 Prozent, doch die absoluten Zahlen bleiben überschaubar.

Das gilt auch, wenn man die 651 mittlerweile im Kreisgebiet rollenden Hybrid-Fahrzeuge hinzuzählt (für Ende 2018 gibt es laut Kreisverwaltung keine Möglichkeit, eine Vergleichszahl auszuwerten). Der Anteil der E- und Hybrid-Fahrzeuge am Gesamtbestand beträgt zusammen gerade einmal 0,57 Prozent.

Der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter bestätigt auf IK-Anfrage, dass es in einigen Gemeinden im Kreisgebiet mehr Fahrzeuge als Einwohner gibt. Obernholz gehöre beispielsweise dazu, sei aber kein Einzelfall.

Eine Auswertung zur Zahl der im Landkreis Gifhorn zugelassenen SUV könne nicht erstellt werden, so Walter.

VON HOLGER BODEN

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