Mehr Geld für Bedürftige

Nachdem die Politik in Berlin die Debatte in Sachen Hartz-IV-Neuregelung beendet hat, kommt auf die Kreisverwaltung eine Menge Arbeit zu. Foto: picture-alliance/dpa

Landkreis Gifhorn. Endlich hat sich die Politik in Berlin in Sachen Hartz-IV-Neuregelung geeinigt. Rückwirkend zum 1. Januar wird die monatliche Unterstützung für Langzeitsarbeitslose also monatlich um 5 auf 365 Euro erhöht. Ab Januar 2013 soll dieser Betrag um weitere 3 Euro erhöht werden. „Diese Entscheidung wurde aber auch Zeit“, meint Bernd Schwabe, Leiter des Fachbereichs Soziales bei der Kreisverwaltung. Bis zum 1. März werde man es allerdings nicht schaffen, den Regelsatz nachzuzahlen. „Die Zeit ist dafür einfach zu kurz. Zum 1. April wird es aber klappen“, so Schwabe.

Seit Beginn der Diskussion saßen Schwabe und sein Team auf „heißen Kohlen“ – gespannt darauf, was für Neuerungen auf die Verwaltung zukommen. „Nun müssen wir abwarten, bis die offiziellen Papiere kommen in denen deutlich wird, was genau in der politischen Beschlussfassung vereinbart worden ist“, erläutert der Fachbereichsleiter im IK-Gespräch. Dann erst wisse man genau, wer wofür zuständig ist und wer was zu tun hat. Nun wolle man den März für die Neuberechnung nutzen. Dabei gehe es um die inhaltliche Betrachtung, es müssten Fragen geklärt werden, wie zum Beispiel was mit den Warmwasseranteilen ist.

Des Weiteren muss sich die Verwaltung mit der Umsetzung des Bildungspaketes auseinandersetzen (das IK berichtete). Bedürftige Kinder aus Hartz-IV-Familien, von Geringverdienern und Wohngeldempfängern sollen Bildungshilfen erhalten. Dazu gehören warmes Mittagessen in Schulen oder Kitas, Zuschüsse für Klassenfahrten oder Geld für Nachhilfeunterricht. „Das ist sehr umfangreich und ich kann nicht versprechen, dass es zum 1. April klappt“, bedauert Schwabe. Man stehe im engen Kontakt mit dem Sozialministerium in Hannover. Anfang März findet dort eine Arbeitstagung statt. „Dann werden uns wohl auch konkrete Gesetzestexte vorliegen“, hofft Schwabe.

Auch wenn man trotz Arbeitsverdichtung gut vorbereitet sei, bleiben noch viele Fragen zu klären - zum Beispiel was finanziell aus dem Paket anteilig für das Personal ist, wie wird mit der Schulsozialarbeit verfahren, die Mitarbeiter müssten geschult werden, wie kann man Synergieeffekte umsetzen? „Schließlich bleibt auch die Frage zu klären, wie die Leistungen erbracht werden sollen. Ich bevorzuge nach wie vor den Weg des geringsten Widerstandes“, betont der Fachbereichsleiter.

Von Carola Peiser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare