Kreistag beschließt auch Unterstützung für angehende Erzieher und Pfleger

Ja zu Medizin-Stipendien

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Für jährlich bis zu fünf Stipendiaten – Studenten der Medizin oder Auszubildende für die Fachrichtungen der Hebammen, Erzieher und Pflegeberufe – soll es eine monatliche Unterstützung von 400 Euro geben. Das beschloss jetzt der Gifhorner Kreistag einstimmig.

Landkreis Gifhorn. Der Landkreis Gifhorn will erklärtermaßen angehende Mediziner von den Vorteilen überzeugen, die sie haben können, wenn sie nach dem Studium in die Region zurückkehren und als niedergelassener Arzt oder in einer Klinik arbeiten.

Dafür sollen ihnen Anreize aufgezeigt werden. Das gilt auch für Auszubildende für die Fachrichtungen der Hebammen, Erzieher und Pflegeberufe. Der Kreis möchte nicht nur bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen unterstützen, sondern darüber hinaus beim Imageaufbau helfen.

Der Kreistag hat jetzt auf dem Weg zu diesem Ziel auf der finanziellen Seite einen Schritt unternommen. Je Fachrichtung sollen jährlich bis zu fünf Stipendiaten eine monatliche Unterstützung von 400 Euro während ihrer Ausbildung erhalten. Im Gegenzug verpflichten sich diese, nach Ende ihrer Ausbildung mindestens fünf Jahre lang im Landkreis tätig zu sein. Sollten sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, ist das Stipendium zurückzuzahlen.

Zum Wintersemester 2018/19 sollen ab Oktober 2018 die ersten Stipendien für Studierende der Humanmedizin vergeben werden können. Gleiches gilt für die Stipendien für Schüler und Auszubildende.

Auf Grundlage der derzeitigen politischen Entscheidung stehen Haushaltsmittel von 30 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Für das Haushaltsjahr 2018 werden 6000 Euro verwendet. Unter Ausnutzung der Richtlinie für die Studierenden und der Richtlinie Schüler/Auszubildende wären laut Verwaltung Haushaltsmittel in Höhe von 96 000 Euro pro Jahrgang notwendig.

Dr. Stefan Armbrecht (FDP) betonte bei der Sitzung des Kreistages, dass der Landkreis die Gelder zurückbekomme, wenn die Voraussetzungen für die Unterstützung nicht erfüllt seien. „Die Gefahren sind also berechenbar. Dem Landkreis wird damit geholfen.“ Nicole Wockenfuß von den Grünen machte sich dafür stark, dass auch die Privatwirtschaft, etwa der Helios-Konzern, das Vorhaben mitfinanzieren sollte.

Stefan Marzischewski-Drewes (AfD) betonte, dass seine Fraktion das Projekt unterstütze. Das Geld dürfe nicht an anderer Stelle gekürzt werden. „Es gibt ein großes Pflegeproblem. Wir finden die Initiative gut.“ Der Kreistag beschloss die ab Oktober geplante Vergabe der Stipendien einstimmig.

Von Paul Gerlach

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