Kritik und Lob für Winterdienst

Straßen im Nordkreis: Mal glatt, mal geräumt

Ein kleines Räumfahrzeug der Stadt Wittingen fährt gestern Vormittag auf der Bahnhofstraße, wo noch Schneematschspuren liegen, zu seinem Einsatzort. Der städtische Bauhof ist hier nicht zuständig, die B 244 liegt in Verantwortung der Landesbehörde.
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Ein kleines Räumfahrzeug der Stadt Wittingen fährt gestern Vormittag auf der Bahnhofstraße, wo noch Schneematschspuren liegen, zu seinem Einsatzort. Der städtische Bauhof ist hier nicht zuständig, die B 244 liegt in Verantwortung der Landesbehörde.
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  • Dennis Klüting
    Dennis Klüting
  • Paul Gerlach
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  • Hilke Bentes
    Hilke Bentes

Eis und Schnee auf den Straßen im Landkreis Gifhorn: Bis gestern ruhte der ÖPNV komplett, ab heute sollen die Busse wieder fahren. Doch noch ist es stellenweise rutschig.

Landkreis Gifhorn – „Die Hauptstraßen sind kein Thema, da kommt man voran“, urteilt Fabian Hoffmann vom gleichnamigen Taxiunternehmen. „In den Nebenstraßen sieht das oft anders aus.“ Besonders in der Kreisstadt komme man schnell ins Rutschen. „Überall dort, wo es aktive Landwirte gibt, sieht es dagegen super aus“, lobt Hoffmann. „Die räumen einfach klasse!“

Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter gab schon am Dienstag an, selbst bei einer morgendlichen Fahrt durch Gifhorn in vielen Straßen Glätte festgestellt zu haben. „Man muss einfach wahnsinnig aufpassen“, mahnt der Polizeisprecher. Denn Straßenverhältnisse könnten sich bei dieser Wetterlage auch schnell ändern.

Von „katastrophalen Straßenverhältnissen“ durch den vielen Schnee berichtet die TransRegina Spedition, deren Fahrer von Hankensbüttel aus bis nach Neunburg vorm Wald in Bayern unterwegs sind. Zuletzt war bekanntlich die A 2 dicht gewesen. So krass seien die Verhältnisse schon lange nicht mehr gewesen. Aktuell würde der Schnee auf den Straßen nur geschoben und nicht gestreut werden – aus Angst, dass nach dem Auftauen das Wasser gleich wieder gefriert und sich eine Eispiste bildet.

All das führt dazu, dass die Lastwagen-Fahrer derzeit länger für ihre Touren brauchen und vorsichtiger fahren. Mit 40, 45 km/h im Schnitt sind sie deutlich langsamer als die sonst vorgeschriebenen 80 km/h. Für eine Tour, die normalerweise zwei Stunden dauert, brauchen sie nun drei bis vier Stunden.

Ans IK haben sich unterdessen Leser gewandt, die nicht begeistert sind vom Zustand vieler Straßen im Nordkreis. Nach wie vor gebe es viel nicht geräumten Schneematsch und auf der Fahrbahn gefrorenes Eis.

Aus Sicht der Gifhorner Kreisverwaltung läuft der Winterräumdienst in diesen Tagen jedoch positiv. Seit Sonntag seien die Kreisstraßenmeistereien in Knesebeck und Meine rund um die Uhr im Einsatz. „Mittlerweile finden die Verantwortlichen weitestgehend schwarze Straßen vor“, sagte gestern Landrat Dr. Andreas Ebel. In einigen Ortschaften gestalte sich die Räumung und Streuung etwas schwieriger.

Bis gestern Morgen wurde im Gebiet der Kreisstraßenmeisterei Knesebeck lediglich Schnee geräumt, da die Schneemengen zu groß gewesen seien. Das Ausstreuen des Salzes hätte so gut wie keine Wirkung gehabt, es wäre lediglich eine vereiste Schicht zurückgeblieben, die zu Glätte geführt hätte, hieß es. Gestern sei erstmalig Salz ausgestreut worden, um den Schnee aufzutauen. Es wurde anschließend noch mehrmals Schnee geräumt, so Ebel. Auch Brücken, Unterführungen, Inseln, Querungen und Bushaltestellen wurden geräumt und abgestreut.

Auch Michael Peuke, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel, erklärt: „Die Räumdienste sind pausenlos im Einsatz.“ Es habe in den vergangenen Tagen viel Neuschnee gegeben. „Wenn der erst mal übergefroren ist, ist es immer sehr schwer, diese Situation zu beseitigen.“ Auch Tausalz funktioniere ab gewissen Temperaturen nicht mehr.

„Glücklicherweise nähern wir uns wieder dem Nullpunkt an, sodass auch wieder gestreut werden kann“, sagt Peuke. Dies sei besonders erfreulich, da es keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative bei niedrigeren Temperaturen gebe. „Wenn wir manuell mit dem Spaten vorgehen wollten, wären wir bis Ostern beschäftigt, bevor alle Kreuzungsbereiche im Landkreis Gifhorn bearbeitet wären“, gibt Peuke zu Protokoll.

Aktuell seien Bundes- und Landesstraßen geräumt. „Neuralgische Punkte arbeiten wir nach“, betont der Behördenleiter. Er bittet alle Verkehrsteilnehmer, aktuell besonders vorausschauend und verantwortungsbewusst zu fahren. „Zwar ist der Winterdienst auch weiterhin im Einsatz, aber es kann immer vorkommen, dass Tauwasser auf die Straßen läuft und wieder gefriert“, so Peuke.

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