„Macht Ausnahme in Betreuung möglich“

400 Kinder werden derzeit im Landkreis Gifhorn von Tagesmüttern betreut

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Kindertagespflegepersonen dürfen bis zu fünf Kinder in einer Gruppe aufnehmen. symbolFoto: dpa

Landkreis Gifhorn – Schon morgens um 6.30 Uhr macht eine Tagesmutter einem Tageskind die Tür auf. Die Mutter des Kindes musste früh anfangen zu arbeiten. Die Kitas und Krippen öffnen zum Frühdienst oft erst um 7.30 Uhr.

Das ist nicht der einzige Vorteil in der Kindertagespflege, sagt der DRK-Kreisverband Gifhorn. Zur Zeit werden etwa 400 Kinder aus dem Landkreis Gifhorn in Kindertagespflegen betreut, denn Eltern entscheiden sich bewusst für eine Tagesmutter oder einen Tagesvater. Das liege daran, dass in der Kindertagespflege kleine Gruppen vorzufinden sind, weil eine Tagesmutter oder ein Tagesvater bis zu fünf Kinder betreuen darf.

Flexible Betreuungszeiten

In einer Großtagespflege (zwei Tagespflegepersonen betreuen in nicht privat genutzten Räumen) dürfen bis zu acht Kinder betreut werden. „Kinder haben, solange sie die Kindertagespflege besuchen, ein und dieselbe Bezugsperson. Die Kindertagespflege hilft Eltern, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist flexibel in den Betreuungszeiten und kann so manche Ausnahme in der Betreuung möglich machen“, erklärt das DRK.

Nicht nur 0- bis 3-Jährige werden betreut, sondern auch 3- bis 6-Jährige nach der Kita oder ab sechs Jahren nach der Schule. Die Tagespflegeperson muss zunächst aber ein Eignungsgespräch, eine im Landkreis Gifhorn 300 Stunden umfassende Qualifizierung, die gesundheitliche Eignung, ein erweitertes Führungszeugnis und die Eignung der Betreuungsräume vorweisen.

Die Pflegeerlaubnis wird vom Jugendamt für eine Dauer von fünf Jahren ausgestellt. In diesen fünf Jahren müssen Fortbildungen und Teilnahme an Regionaltreffen nachgewiesen werden, sagt das DRK. Die Tagespflegeperson erhält vom Landkreis für die Betreuung von Tageskindern 4,59 Euro Brutto pro Kind pro Stunde. Die Eltern werden an den Kosten nach Verdienst beteiligt. „Kindertagespflegepersonen haben sich aus den verschiedensten Gründen für die Kindertagespflege entschieden, haben eine Berufsausbildung in den unterschiedlichsten Berufen absolviert, doch oft fanden sie darin nicht die erhoffte Erfüllung“, berichtet das DRK.

Individuelle Förderung

„Kindertagespflege ist so individuell wie jede einzelne Kindertagespflegeperson – keine ist wie die andere, jede hat eigene Interessen und Fähigkeiten und legt den Schwerpunkt in der Betreuung ihrer Tageskinder anders.“ Das Hauptaugenmerk aber liege auf den Bedürfnissen des Kindes. Dadurch, dass die Gruppe so klein ist, könne jedes Kind individuell gesehen und gefördert werden. In diesen kleinen Gruppen ist das Sozialverhalten, die gegenseitige Hilfe und das Bitte und Danke sagen besonders ausgeprägt, meint das DRK. Es herrsche eine familiäre Atmosphäre.

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