Diskussion: Tempolimit auf Landstraßen / Bauliche Maßnahmen helfen wirklich

Leitplanken gegen Unfalltod

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Aufgrund von drei schweren Baumunfällen mit zwei Toten innerhalb von drei Jahren ist auf der B 244 östlich von Hankensbüttel die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h gesenkt worden.

Landkreis Gifhorn. Zehn Menschen starben im vergangenen Jahr bei Unfällen auf den Straßen des Landkreises. 121 Personen wurden bei Kollisionen schwer verletzt (stationärer Krankenhausaufenthalt).

20 Prozent aller tödlichen Unfälle in der Bundesrepublik ereignen sich auf Landstraßen. Experten fordern, auf schmalen Landstraßen die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h zu senken.

„Das ist ein Mittel, um schwere Unfälle zu reduzieren“, weiß Thomas Reuter, Sprecher der Gifhorner Polizei. Eine Tempobremse sei zuletzt östlich von Hankensbüttel auf der B 244 eingerichtet worden, sagt Reinhard Preuß, zuständiger Polizeibeamter für die Unfallstatistik in Gifhorn. Bei drei schweren Unfällen starben dort in den vergangenen Jahren zwei Menschen. Eine stationäre Radarmessanlage will der Kreis dort in Kürze installieren.

Ein weiteres probates Mittel, um schwere Unfälle auf Kreis- oder Landstraßen zu minimieren, sei die Montage von Leitplanken – insbesondere im Bereich von Bäumen. Messbar positive Erfahrungen habe die Polizei auf Straßenabschnitten zwischen Bechtsbüttel und Abbesbüttel sowie zwischen Weyhausen und Bokensdorf gemacht, weiß Preuß. Dort seien die Unfallzahlen auf null, beziehungsweise zwei gesunken. Preuß’ Vermutung: „Planken signalisieren im Unterbewusstsein: Gefahr.“ Stellt die Unfallkommission (bestehend aus Polizei-, Landkreis- und Straßenbaubehörden-Vertretern) einen Unfallschwerpunkt fest, können Leitplanken installiert werden. „Das passiert dann so schnell wie möglich“, sagt Hennig Schwägermann von der Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel. Kosten pro Meter Leitplanke: rund 40 Euro.

Von Jens Schopp

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