Feuchtigkeitsdefizit im Boden aus den letzten zwei Jahren

Erntezeit: Landwirte hoffen auf Regen

Wann gibt es endlich Regen? Diese Frage stellen sich auch die Landwirte im Isenhagener Land.
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Wann gibt es endlich Regen? Diese Frage stellen sich auch die Landwirte im Isenhagener Land.
  • Florian Schulz
    vonFlorian Schulz
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Sehnsüchtig blicken vor allem die Landwirte in den vergangenen Wochen in Richtung Himmel und stellen sich die berechtigte Frage: Wann gibt es endlich Regen? Für ihre Ernte brauchen sie dringend Niederschläge, ansonsten könnte es ein erneutes Problem-Jahr werden.

Isenhagener Land – „Wir haben im Boden aus den letzten zwei Jahren noch immer ein Feuchtigkeitsdefizit. Dieses konnten auch die Niederschläge im Winter nicht kompensieren“, klärt Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolks in der Region Gifhorn-Wolfsburg, auf. Aktuell sieht er für den Mais, der bereits gedrillt wird, aber auch Kartoffeln und Zuckerrüben („Für sie reicht beispielsweise sogar Nebel zur Befeuchtung aus“) keine Gefahr. Doch beispielsweise Raps, Getreide oder auch das Grünland leiden sehr unter der Trockenheit.

„Die Landwirte überlegen natürlich genau, was sie mit ihren Pflanzen machen. Die Wassermengen zum Beregnen sind aktuell begrenzt“, erklärt Böse. Normalerweise beginnt Anfang bis Mitte Juli die Ernte-Saison für die Wintergerste. Doch diesbezüglich gilt es erst einmal abzuwarten, wie es sich mit der Witterung verhält. „Wir hoffen natürlich täglich auf Regen“, so der Landvolk-Chef.

Doch nicht nur Böse wünscht sich schnellstmöglich Niederschläge, sondern auch der 1. Vorsitzende des Kreislandvolks, Joachim Zeidler. „Natürlich ist es für uns Landwirte momentan viel zu trocken. Gegenüber dem letzten Jahr haben wir fast 100 Millimeter weniger Niederschläge. Der Grundwasserstock ist somit noch bei weitem nicht aufgefüllt“, berichtet der Parsauer Landwirt, der selbst Getreide und Raps anbaut. Auch bei ihm wird das Wasser langsam, aber sicher knapp. „Zumal wir ja auch nur begrenzt mit Beregnungsmaschinen ausgestattet sind“, wie der Nordkreisler betont.

Dazu kommt mit dem Nachtfrost ein weiteres Problem auf die Bauern zu. „Über den Daumen gerechnet bräuchten wir Temperaturen um die 20 Grad Celsius und endlich mal wieder einen schönen, warmen Landregen“, konkretisiert Zeidler.

Rund um den 10. Juli – mal früher, mal aber auch später – beginnt auch bei ihm üblicherweise die Wintergersten-Ernte. „Aber es ist aus meiner Sicht noch zu früh, schon jetzt über die Ernte in diesem Jahr zu philosophieren. Ich denke, dass wir erst einmal abwarten sollten und spätestens Anfang Juli schlauer sind“, so Zeidler. Und beim Blick auf die Wetteraussichten stellte er erfreut fest: „Ende dieser Woche soll es endlich Regen geben. Hoffen wir mal, dass es auch so ist.“

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